Am Pranger bloßgestellt

Die Kombiklasse 3/4 mit Klassenleiter Alois Feyrer (rechts) und die 4. Klasse mit Konrektor Josef Schmaußer (links) erkundeten die Heimatstadt Hirschau. Bild: hfz
Lokales
Hirschau
15.10.2015
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Ganz schön lustig fanden es die Schüler, als sie nördlich des Rathauses zu hören bekamen: "Wir stehen mitten im Klassenzimmer der alten Knabenschule." Besonders interessierte die Kinder bei einer Stadtführung die Situation, bevor vor über 50 Jahren die jetzige Schule in der Josefstraße bezogen wurde.

Die Kombiklasse 3/4 mit Klassenleiter Alois Feyrer und die 4. Klasse mit Konrektor Josef Schmaußer erkundeten ihre Heimatstadt. Mit Hausmeister Sepp Strobl, der sich als Stadtheimatpfleger Hirschau leidenschaftlich verbunden fühlt, war schnell ein idealer Führer gefunden. Dieser zeigte den Schülern vorab mit einer Bildershow, was sich in den vergangenen 50 Jahren alles verändert hat. Da staunten die Mädchen und Buben nicht schlecht.

Erste Station war der Platz, an dem einst das untere Tor in Richtung Weiden gestanden hatte. Als das ehemalige Stadttor 1895 abgebrochen wurde, kaufte es der damalige Brauereibesitzer Josef Vitus Dorfner, weil er die Steine brauchen konnte. Den über dem Toreingang eingemauerten Hirschen ließ er aber vorsichtig herausbrechen und an der Westseite seines Gasthofes anbringen, wo man ihn noch heute bewundern kann.

Die Teilnehmer blieben vor der Gedenktafel stehen, die an den letzten großen Stadtbrand von 1926 erinnert, bei dem zehn Wohnhäuser abgebrannt waren.

Auf die Frage, ob denn jemand wüsste, dass oberhalb des Zifferblattes am Turm links und rechts die Namen derjenigen zu lesen sind, die nach der Bombardierung im April 1945 den Turm wieder instandsetzten, gab es allgemeines Kopfschütteln. Der Prangerstein am Rathaus war einst Teil des mittelalterlichen Strafsystems. Man glaubte, dass man mit Bloßstellen die Menschen verändern oder bessern könne.

Heimwärts ging es durch die Walkstraße. Sepp Strobl hatte bei der Vorbereitung ein romantisches Bild seines Schulweges gezeigt. Die Straße ist kaum wiederzuerkennen. Bei der alten Mühle konnte man gar nicht glauben, wie eng die Fahrbahn bis 1965 war.
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