Arbeitnehmerrechte erkämpft

Langjährige Mitglieder der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) (von links) wurden ausgezeichnet: Andreas Walter Gradl, Anton Basler, Otto Klein, Norbert Hager, Norbert Uschold, Hermann Knietsch, Hans Schlosser, Alexander Rauch, Andreas Gast, Wolfgang Giesa, Franz Schlosser, Werner Reindl, Bezirksleiter Hartmuth Baumann, stellvertretender AKW-Betriebsratsvorsitzender Christian Hartmann und Ortsgruppenvorsitzender Josef Birner. Bild: bij
Lokales
Hirschau
04.11.2015
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"Wir müssen darauf achten, dass in der Diskussion über die Integration der Flüchtlinge nicht Arme gegen noch ärmere Menschen ausgespielt werden", betonte Bezirksleiter Hartmuth Baumann bei der Jubilarehrung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie.

Die Zuwanderer müssten sich natürlich an die Spielregeln der Gesellschaft in der neuen Heimat halten, sagte er bei der Veranstaltung im Sportpark. Das wollten die allermeisten mit Sicherheit auch. "Diese Menschen kommen hierher, weil sie in ihrer alten Heimat keine Perspektive mehr für sich und ihre Familie sehen und sich hier mit der Arbeit ihrer Hände eine neue Zukunft in Frieden und Freiheit aufbauen wollen", sagte Baumann.

Unermüdlicher Einsatz

Wie Ortsgruppenvorsitzender Josef Birner betonte, hätten die Jubilare, die mit ihren Ehepartnern eingeladen waren, im Laufe ihres Berufslebens viele Veränderungen in den Kaolinbetrieben durchgesetzt. So manches, was man heute als Selbstverständlichkeit ansehe, sei erst nach jahrelangem Kampf möglich geworden. Diesem unermüdlichen Einsatz galt der Dank. In seiner Laudatio erinnerte der Bezirksleiter mit einer kleinen Zeitreise an die politischen und beruflichen Ereignisse beim Eintritt der Jubilare in die Gewerkschaft.

Als vor 25 Jahren Anton Basler, Bernhard Graf, Dieter Huber, Manfred Klein, Otto Klein, Hermann Knietsch, Norbert Öhl, Thomas Regler, Hans Schlosser, Alexander Siegert, Norbert Stangl, Jürgen Stowasser, Norbert Uschold und Uwe Voigt in die Gewerkschaft eintraten, mussten nach dem Fall der Mauer viele Menschen aus dem anderen Teil Deutschlands in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Vor 40 Jahren, als Andreas Walter Gradl, Norbert Hager und Oswald Langer der Gewerkschaft beitraten, ging auf dem Arbeitsmarkt der Aufschwung zu Ende. Eine völlig andere Situation herrschte vor 50 Jahren, als Andreas Gast, Wolfgang Giesa, Josef Högl, Josef Scholzen und Heinz Zeitler in die Gewerkschaft eintraten. Die deutsche Industrie suchte bei Vollbeschäftigung händeringend nach Fachkräften. Um den Wiederaufbau des Landes ging es vor 60 Jahren, als Richard Dobat, Franz Fritsch, Horst Gerstmann, Alexander Rauch und Günther Wöß Mitglieder wurden.

Als herausragendes Jubiläum bezeichnete Baumann die 75-jährige Mitgliedschaft von Franz Schlosser und Paul Gebel in der IG BCE. Beide seien in einer für Arbeitnehmer sehr schwierigen Zeit in die Gewerkschaft eingetreten. Heute gebe es sechs Wochen bezahlten Urlaub, einen arbeitsfreien Samstag oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Diese Errungenschaften habe man dem Einsatz dieser Kollegen zu verdanken. Um dies beizubehalten und zu bewahren, brauche man auch in der Zukunft starke Gewerkschaften.

Nadeln und Urkunden

Zusammen mit Ortsgruppenvorsitzendem Josef Birner und dessen Stellvertreter Werner Reindl überreichte Hartmuth Baumann Ehrennadeln, Urkunden, und Ehrengaben der IG BCE. Mit Tanzmusik klang die Veranstaltung aus.
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