Der Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk (CSU) über sein erstes Jahr im Amt und den Verzicht, ...
"Im Herzen und im Geist bleibe ich immer Diakon"

Hermann Falk hat sich in seinem ersten Amtsjahr besonders über die Begegnung mit Umweltministerin Ulrike Scharf gefreut. Bild: Huber
Lokales
Hirschau
10.05.2015
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Als der Verwaltungsfachwirt Hermann Falk (51) vor einem Jahr die Bürgermeisterwahl in Hirschau gewann, verlor die katholische Kirche - einen Diakon. Denn die beiden Ämter sind nicht vereinbar. Auch dazu äußert sich der Ehenfelder in der AZ-Interviewreihe mit den Bürgermeistern, die seit einem Jahr im Amt sind.

Herr Falk, was hat sich denn mit dem Bürgermeisteramt in Ihrem Leben verändert?

Falk: Ich war vor dem Bürgermeisteramt ehrenamtlich sehr viel eingespannt und auch sehr viel unterwegs. Im "normalen" Beruf konnte man nach Feierabend mehr privat unternehmen und auch eher abschalten. Als Bürgermeister ist ein Feierabend nicht immer gegeben, man ist immer präsent und für alle Bürger da. Das macht aber sehr großen Spaß. Von meiner Vita her bin ich schon immer gerne im Gemeinwesen aktiv und freue mich über jede Begegnung mit Menschen. Zeitlich ist man mehr eingespannt und immer unterwegs. In der Führungsverantwortung lernt man täglich dazu.

Was sagt die Familie dazu?

Falk: Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit kannte ich die Verantwortung und den zeitlichen Aufwand bereits. Das habe ich vor der Kandidatur mit der Familie abgesprochen und abgestimmt. Die Familie steht voll und ganz dahinter, und es funktioniert. Viele Dinge bespreche ich auch mit der Familie, so dass ich aus der Familie heraus gestärkt dieses Amt ausüben kann.

Von wem oder wodurch haben Sie in diesem Jahr am meisten gelernt?

Falk: Am meisten habe ich in der Zusammenarbeit und den vielen Gesprächen mit den Bürgern gelernt. Auch die Tipps und Anregungen der alten Hasen im Stadtrat waren wertvoll. Mein Vorgänger Hans Drexler und alle Bürgermeisterkollegen im Landkreis standen und stehen mir lehrreich zur Seite. Nicht zu vergessen ist die hervorragende Zusammenarbeit mit den Beschäftigten der Stadt Hirschau, die ja zuvor meine Kolleginnen und Kollegen waren.

Welche Ihrer neuen Pflichten fallen Ihnen denn schwer?

Falk: Es ist interessant, aber ich habe momentan noch nichts gespürt, was mir schwerfallen würde. Mein Wahlspruch ist von Mutter Teresa: "Du kannst Dinge tun, die ich nicht tun kann, ich kann Dinge tun, die du nicht tun kannst. Gemeinsam können wir große Dinge tun." In dieser Gemeinsamkeit fallen keine Pflichten schwer.

Worüber haben Sie sich im ersten Amtsjahr besonders gefreut?

Falk: Dass wir im Stadtrat hervorragend und als Team vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir sind ein vielfältiger und bunter Stadtrat, wo jeder seine Ideen und seine Fähigkeiten für eine gute Zukunft der Stadt Hirschau einbringt. Am meisten freut mich die oft sehr intensive Begegnung mit den Bürgern. Ich habe sehr viele nette Menschen kennengelernt, die ich zuvor noch nicht kannte. Eine sehr schöne, nette und auch unvergessliche Begegnung war das Kennenlernen von unserer Umweltministerin Ulrike Scharf.

Sie mussten für das Bürgermeisteramt Ihre Tätigkeit als Diakon aufgeben. Trauern Sie der manchmal noch hinterher?

Falk: Ich war mit Leib und Seele gerne Diakon und habe dieses Amt mit Herzblut ausgeübt, bin aber jetzt beurlaubt. Am Anfang war es schwer, aber ich spüre, dass ich meine diakonische Einstellung und meine diakonische Arbeit auch als Bürgermeister nahe am Menschen erfüllen kann. Aus dem Glauben heraus schöpfe ich viel Kraft für das Amt des Bürgermeisters. Im Herzen und im Geist bleibe ich auch immer Diakon.
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