Die andere Stammtisch-Politik

Schnell hatten sich rege Unterhaltungen mit in Hirschau lebenden Flüchtlingen entwickelt. FW-Fraktionsvorsitzender Günther Schuster (rechts) spricht von einem rundum gelungenen Abend. Bild: hfz
Lokales
Hirschau
20.11.2014
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Weltpolitik spielt sich nicht nur im Fernsehen oder anderswo ab. Die momentanen Flüchtlingströme sind der traurige Beweis. Wenn Asylsuchende vor der Türe stehen, sollte sie nicht verschlossen bleiben. Hirschaus Freie Wähler sind kurzerhand auf Betroffene zugegangen.

Sie haben in der Stadt lebende Flüchtlinge zu ihrem Stammtisch eingeladen. Und etliche kamen, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Der Fraktionsvorsitzende der FW im Stadtrat, Günther Schuster, zählte an diesem Abend vier voll besetzte Tischreihen im Gasthaus Weich. Zudem waren auch Schnaittenbacher Freie Wähler gekommen.

Schuster hatte die Initiative ergriffen und mit den in der Kloster- und Hirtengasse wohnenden Asylsuchenden Kontakt aufgenommen. Er ist der Auffassung, dass nur in einer Atmosphäre des Willkommen-Seins und der Hilfsbereitschaft sich Flüchtlinge einleben und die Hürden des Alltags meistern könnten. Sechs Männer und eine Frau aus dem Iran, Irak, Syrien und Äthiopien waren seiner Einladung, begleitet von den ehrenamtlichen Helferinnen Ursula Frohmann (Schnaittenbach) und Viktoria Rasoulkhani (Hirschau), gefolgt. Letztere ist auch Miteigentümerin der Immobilie, in der Flüchtlinge in Hirschau untergebracht sind. Sie konnte deshalb detailliert über deren Situation berichten.

Immer wieder betonte sie den Integrationswillen und die Bereitschaft aller, die deutsche Sprache erlernen zu wollen. Ausdrücklich lobte Rasoulkhani vor diesem Hintergrund dabei auch Rektor Hans Meindl, der sich in der Grundschule sehr um die Sprachförderung von ausländischen Kindern bemühe. Da derzeit für Erwachsene keine Sprachkurse angeboten werden, erklärten sich laut der Pressemitteilung Kornelia Köppl und Christian Hüttner aus der Runde heraus spontan bereit, zusammen mit Michael Meindl Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten.

Ruhig wurde es an den Tischen, als sich die Flüchtlinge in ihrer Muttersprache kurz vorstellten. Ein Äthiopier ließ es sich nicht nehmen, seine Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen und bedankte sich in deutscher Sprache für die Einladung. Dafür wurde ihm viel Beifall zuteil.

An diesem Abend entwickelten sich rege Unterhaltungen und oftmals wechselten Teilnehmer ihre Plätze, um Fragen nach der Herkunft oder dem persönlichen Schicksal der Betroffenen zu klären und es dauerte nicht lange, bis weitere Einladungen ausgesprochen wurden.
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