Die umfangreiche Sanierung der Innenstadt nimmt
Grünes Licht für mehr Grün

Mit weiteren Bäumen soll der Marktplatz begrünt werden. Bild: Hartl
Lokales
Hirschau
25.07.2015
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langsam Formen an. So wird es Zeit, sich zunehmend mit den Details der "Einrichtung" und den Verhaltensregeln in Hirschaus "guter Stube" zu befassen. Bei der Stadtratssitzung waren daher die Bepflanzung und die Verkehrs- und Parksituation ein Schwerpunktthema.

(waj) Landschaftsarchitekt Josef Garnhartner umriss den vorhandenen Baumbestand in der Innenstadt: zwei Rotkastanien, einige Linden im Bereich der Kirche sowie entlang der Hauptstraße die augenfällige Platanengruppe. Garnhartner empfahl, sich bei der neuen Bepflanzung an diesem Bestand zu orientieren: "Man sollte hier eine klare Sprache sprechen und sich nicht verzetteln." Auch gelte es zu bedenken, dass man zwischen den größtenteils befestigten Flächen nicht jede beliebige Baumart pflanzen könne.

Platanen und Rotkastanien

Der Stadtrat entschied sich einmütig für eine Mischung aus Platanen und Rotkastanien, wobei 3. Bürgermeister Peter Leitsoni (CSU) anmerkte, dass die vorhandenen Bäume stark zurückgestutzt werden müssten, um den Unterschied zu den neu gepflanzten Bäumen nicht zu deutlich zu machen. 2. Bürgermeister Josef Birner (SPD) erklärte dazu, dass die großen Platanen kaum zurückgeschnitten worden seien, da daran die Weihnachtsbeleuchtung angebracht werde: "Wenn wir die Bäume stark zuschneiden, müssen wir uns was Neues für die Beleuchtung einfallen lassen." Architekt Garnhartner verwies darauf, dass man außer der Möglichkeit, die Beleuchtung "mitzustutzen", auch die Option habe, verschiedene Pflanzgrößen bei den neuen Bäumen zu wählen.

Ebenfalls eine Entscheidung fiel im Hinblick auf die Baumgitter, die Ortsheimatpfleger Josef Strobl schmieden wird. Während Josef Garnhartner zu mehr Schlichtheit riet, als das gewählte Modell vorsah, plädierte Bürgermeister Hermann Falk dafür, Strobl die künstlerische Freiheit zu lassen. Speziell solle er den oberen Rand der Gitter nach seinen Vorstellungen gestalten und auch, wie geplant, Gesichter und Masken einarbeiten: "Wenn wir 20 Bäume pflanzen würden, könnten wir fast den ganzen Stadtrat im Porträt verewigen", merkte er augenzwinkernd an. Das Gremium war komplett der Meinung, Strobl frei arbeiten zu lassen.

Nicht ganz so einig war man sich beim Parken. Klar war, dass dies nur in gekennzeichneten Flächen mit Parkscheibe jeweils zwei Stunden gestattet sein wird. Aber in welchem Zeitrahmen soll die Parkscheibe nötig sein? Und soll dies gleichermaßen für Besucher und Kunden sowie für Anwohner gelten? Schließlich entschieden die Räte, dass von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr Parkscheibenpflicht besteht; an Sonn- und Feiertagen ist das Parken generell frei.

Regelung für Anwohner

Günther Amann (SPD) brachte den Antrag ein, eine spezielle Regelung für Anwohner zu finden: "Schließlich tragen sie die Erschließungsgebühr mit - also müssen auch ihre Interessen berücksichtigt werden. Man kann jemanden, der in der Altstadt wohnt und vielleicht auf den Parkplatz in der Innenstadt angewiesen ist, nicht zumuten, alle zwei Stunden umzuparken." Verschiedene Lösungsvorschläge wurden diskutiert, eine endgültige Entscheidung soll aber erst nach der Sommerpause fallen. Selbiges gilt für die Einrichtung einer kommunalen Verkehrsüberwachung, denn, so Tobias Meindl (FW): "Solange wir keine Überwachung haben, bringen uns neue Schilder und Regeln nicht viel." Eine Ansicht, der die anderen Fraktionen zustimmten.

Beschlossen wurde, im Sanierungsgebiet Sonderparkplätze auszuweisen: jeweils einen zwischen den beiden Apotheken, nahe der Raiffeisenbank, neben dem Rathaus und bei der Kirche. Die künftigen Parkplätze sollen, außer einige beim Rathaus, in der gesamten Innenstadt komfortable 2,75 Meter breit sein.
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