Doch der Mensch muss im Mittelpunkt stehen
Arbeit hat Zukunft

Hartmut Baumann, Bezirksleiter der IG BCE Nordostbayern, beschrieb in Hirschau auf der Maikundgebung des DGB den flächendeckenden Mindestlohn als eine "historische Reform". Deshalb würden es die Gewerkschaften nicht zulassen, dass daran substanziell gerüttelt werde. Bild: ads
Lokales
Hirschau
02.05.2015
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(ads) "Am Tag der Arbeit stehen wir nun in einer 125-jährigen Tradition, (...) und dazu demonstrieren wir heute unter dem Motto ,Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!'", wandte sich Hartmut Baumann an seine Zuhörer. Als Hauptredner der Maikundgebung auf dem Marktplatz unterstrich der Bezirksleiter der IG BCE Nordostbayern einmal mehr: "Der Mensch muss im Mittelpunkt des Wirtschaftens stehen." Die Einführung des Mindestlohns beschrieb er in diesem Zusammenhang als "historische Reform".

Hier reihe sich auch die Rente mit 63 ein. "Doch wir wollen mehr", prangerte Baumann den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen an. Als übergreifende Forderung ist für ihn unverzichtbar, "die Energiewende aufs richtige Gleis" zu setzen und in der Sozialpolitik eine ausreichende Rente im Alter und ein funktionierendes Pflege- und Gesundheitssystem sicherzustellen. Der Gewerkschafter ließ keine Zweifel daran, den von bestimmten Parteiflügeln wieder in Frage gestellten flächendeckenden Mindestlohn eisern zu verteidigen.

Denn prekäre Beschäftigungsverhältnisse würden nichts anderes als das systematische Vorenthalten von Arbeitnehmerrechten und Altersarmut bedeuten. Leiharbeit ist für Baumann eine Beschäftigung zweiter Klasse. Auch hier müsse der Riegel vorgeschoben werden, ebenso beim Missbrauch von Werkverträgen, die das Ziel hätten, "Billigarbeit zu organisieren". "Wir wollen einen offenen Arbeitsmarkt, aber zu fairen Bedingungen", hält der Gewerkschafter Kritikern entgegen, die auf EU-Regelungen verweisen würden. Denn wer Lohndumping billige, solle zugleich bekennen, dass er damit auch den Sozialkassen ihnen zustehende Beträge vorenthalte.
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