Ein Lichtstrahl fällt ins Dunkel

Die Hirschauer Caritas-Sozialstation startete am 16. Februar 2005 ihr Betreuungs-Projekt Lichtstrahl für Menschen mit Demenzerkrankungen. Das Team der ersten Stunde bildeten (von links) die damalige Stationsleiterin Betty Bösl, Uschi Schwärzer, Hildegard Kohl, Rosalinde Meier, Käthe Stark und Angela Wittmann. Bild: u
Lokales
Hirschau
20.02.2015
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Heute ist das Thema Demenz in aller Munde. 2005 spielte die Hirschauer Sozialstation damit eine Vorreiterrolle im Raum Amberg-Sulzbach. Betty Bösl knipste damals den Schalter für ein Projekt an, das Betroffenen und ihren pflegenden Angehörigen zugute kommen sollte.

Lichtstrahl - hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Betreuungsangebot der Caritas-Sozialstation. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Erinnerungen allmählich im Dunkel verschwinden. Die damalige Stationsleiterin Betty Bösl startete das Projekt am 16. Februar 2005. Zur Rückschau auf die vergangenen zehn Jahre lädt Diakon Richard Sellmeyer, der seit acht Jahren die Sozialstation leitet, für Mittwoch, 25. Februar, um 14 Uhr ins Pfarrheim an der Kolpingstraße ein.

Jeden Mittwochnachmittag

Der Zuspruch bestätigte von Anfang an den großen Bedarf. Rund 500 Mal haben sich Frauen und Männer aus den Betreuungsgemeinden Hirschau, Schnaittenbach, Freudenberg, Freihung und Gebenbach inzwischen an Mittwochnachmittagen getroffen. Zuerst kamen sie ins Stationsgebäude, seit acht Jahren ins Pfarrheim.

Das Programm gestalten die Lehrerin für Pflegeberufe, Hildegard Kohl, und die Fachkraft Christa Pulsfuß. Unterstützung bekommen sie von den ehrenamtlichen Helferinnen Käthe Stark, Brigitte Gehring, Rosalinde Meier, Marianne Lobenhofer und Monika Falk.

Die Angebote sollen das Gedächtnis aktivieren und alle Sinne ansprechen. Gerne singen die Teilnehmer Lieder, bei denen sie die Klangbrettgruppe der Sozialstation begleitet, oder sie machen bei Ratespielen mit. Auch Malen, Basteln und Bewegungsspiele sind beliebt. Viel Wert liegt auf sogenannten biografischen Interviews, bei denen die Teilnehmer von früher erzählen.

Nico ist der Stargast

Jedes Treffen widmet sich einem bestimmten Thema, zum Beispiel aus den Bereichen Garten, Getreide, Getränke, Wolle oder Musik. Eine Rolle spielen auch jahreszeitliche Ereignisse wie Ostern, Advent, Mutter- und Vatertag oder das Kirwa-Brauchtum. Zum Programm gehören Ausbuttern, Frühlings- und Weinfeste oder Maiandachten. Immer wieder sind Kindergarten- oder Schulkinder mit dabei. Regelmäßig tritt der zehnjährige Nico Simon aus Aschach als Stargast mit seinem Akkordeon auf. Dazu gibt's Kaffee, Tee und Kuchen, den die Bäckerei Kredler stets kostenlos liefert.

Freiraum für Angehörige

Für das Lichtstrahl-Angebot sind nicht nur die Patienten dankbar. Ihren Angehörigen verschaffen die Treffen einige Stunden Freiraum für sich selbst. Es gehört zum Service der Sozialstation, die Senioren daheim abzuholen und zurück zu bringen.

Abgerechnet werden die Treffen durch die Pflegeversicherung ab Pflegestufe 0 über Betreuungsleistungen. Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen fördert die Angebote. Auskünfte über das Projekt gibt die Caritas-Sozialstation Hirschau, Telefon 09622/ 22 45.
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