Erschrecken soll keiner

Der CSU-Damenwelt gefiel der stürmische Hermann Falk.
Lokales
Hirschau
02.02.2015
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Einmal balancierte Ulrike Scharf am Rande eines Fettnäpfchens. Nachdem Harald Schwartz ihr von 16 CSU-Bürgermeistern im Landkreis erzählt hatte, bemerkte die Chefin der Frauen-Union Oberbayern: "Eine Bürgermeisterin haben wir keine dabei, oder? Da müssen wir noch nachlegen."

Als daraufhin verstärktes Gemurmel im proppenvollen Saal des Josefshauses anhob, fügte die amüsierte Ministerin an: "Jetzt kriegen manche Angst, oder?" Dafür bestehe aber gar kein Grund, es seien ja alle erst vor nicht einmal einem Jahr in ihr Amt gewählt worden.

Schwartz hatte die Gäste des CSU-Jahresempfangs schon vorgewarnt: Bevor Ulrike Scharf im September bayerische Umweltministerin wurde, war sie mit ihm im Wirtschaftsausschuss gesessen und hatte sich schon da den Mut zur eigenen Meinung geleistet, "auch wenn es mal gegen die CSU geht". Schwartz machte das an ihrem Nein zur dritten Startbahn des Münchener Flughafens fest.

Applaus von Musikanten

Volksnah erschien die 47-Jährige, deren Familie ein Reisebüro in Erding besitzt, auch in ihrer Rede: ob sie nun Applaus von den Mitgliedern des aufspielenden Hirschauer Musikzuges bekam, als sie sich als stellvertretende Vorsitzende der Erdinger Stadtkapelle outete, ob sie als Vorsitzende der Wasserwacht Bayern ihren Stellvertreter, den Sulzbach-Rosenberger Oliver Mignon, begrüßte oder ob sie ihrem Abgeordnetenkollegen Harald Schwartz bescheinigte, es tue dem Wirtschaftsausschuss durchaus gut, wenn man dort miteinander die Interessen des Mittelstandes betone.

Natürlich versäumte Ulrike Scharf es auch nicht, auf ihr neues Amt einzugehen, "denn es ist eine Freude, dieses Land zu gestalten". Da zählte sie auf, was durch die Beharrlichkeit der CSU bundesweit erreicht worden sei: "Sie kennen das, die bayerische Penetranz führt irgendwann zur außerbayerischen Akzeptanz." Der ausgeglichene Haushalt sei da nicht am geringsten zu schätzen. "Diese schwarze Null ist in Wirklichkeit eine weiß-blaue Null", lobte sie das bayerische Vorbild in Sachen Finanzdisziplin und verband es mit einem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit - "als innere Haltung, nicht als vorübergehender Trend".

Gegen Fracking

Daraus entsprang für Scharf ein "ganz klares Nein zum unkonventionellen Fracking, solange Gefahren für uns nicht auszuschließen sind". Denn sauberes Grundwasser dürfe man nicht aufs Spiel setzen: "Eigentlich müsste man bei jedem Glas Trinkwasser ein Dankgebet zum Himmel schicken." Auch die Gentechnik lehnte Scharf ab: "Unsere Lebensqualität steht und fällt mit unserem Respekt vor der Schöpfung."

Der Freistaat sei seiner Verantwortung hier etwa bei der Sanierung des Maxhütte-Schlackenbergs gerecht geworden - mit Kosten von fast 60 Millionen Euro und immer noch 1,8 Millionen jährlich, die in den Haushalt eingestellt seien. Den Hochwasserschutz in der Region fördere man mit dem Projekt bei Raigering, das im Frühjahr fertig werde, oder durch die Neuerungen in Michelfeld (Stadt Auerbach), wo nach dem jetzt erfolgten Grunderwerb alles auf einen zeitgemäßen technischen Standard gebracht werde. (Zitate)
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