Fordern, aber nicht überfordern

Übungen zur Lerngymnastik baute die Erzieherin und begleitende Kinesiologin Barbara Kusikowski in ihren Vortrag ein. Die Eltern aus Hirschau, Schnaittenbach und Ehenfeld probierten sie an Ort und Stelle aus. Bild: schß
Lokales
Hirschau
12.03.2015
2
0

Frustrationstoleranz - damit weiß nicht jeder auf Anhieb etwas anzufangen. Es geht um das Verlieren-Können. Auch das will gelernt sein. Und da kommt dann zum Beispiel das gute alte "Mensch ärgere dich nicht!" ins Spiel.

(schß) Kinder brauchen Freiräume für das kreative und spielerische Entdecken. Das richtige Spielmaterial gehört auch dazu. Näheres dazu erläuterte die Erzieherin, Lerntrainerin und begleitende Kinesiologin Barbara Kusikowski beim Elternbeirat der Grund- und Mittelschule Hirschau. Seine Vorsitzende Beate Dietrich, hatte dazu auch die Schulen in Ehenfeld und Schnaittenbach eingeladen.

65 Eltern hörten der Referentin aus Amberg zu. Mit sogenannten Brain-Gym-Übungen - "Fitness fürs Gehirn" - band sie die Gäste immer wieder in den Vortrag ein.

"Eine Pflanze wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!" Mit dieser Volksweisheit plädierte Barbara Kusikowski dafür, Kindern die Zeit zu lassen, alle nötigen Entwicklungsschritte in der erforderlichen Intensität zu durchleben: "Übereifrige und überängstliche Eltern wirken dem eher entgegen."

Kinder bräuchten Freiräume für das kreative und spielerische Entdecken. Aber auch das richtige Spielmaterial sei wichtig. "In welchen Familien stehen noch Brettspiele wie ,Mensch ärgere dich nicht!' auf dem Freizeitprogramm?", fragte die Referentin. Dabei könnten die kleinen Hände der Vorschulkinder das Greifen und Zuordnen üben. Erste Zahlenbegriffe und die schon in Kindergärten so oft vermisste Frustrationstoleranz - das Verlieren-Können - kämen noch dazu.

Überhaupt nahm die Referentin immer wieder die Eltern in die Pflicht. Ihr Engagement leide zusehends durch die Berufstätigkeit und den damit verbundenen Zeitmangel. Veränderte Umweltbedingungen beeinträchtigten die natürliche Entwicklung von Teilleistungsfähigkeiten der Kleinen ebenso.

"Lassen Sie Ihre Kinder im Haushalt helfen, wo es passend ist", riet Kusikowski. "Übungen aus dem Alltag - für den Alltag" oder "Fordern - nicht überfordern" gab sie als Leitworte aus. "Wichtige Erziehungsaufgaben, die früher in den Familien selbstverständlich waren, verschieben zu viele Eltern gerne in die Kindergärten und Schulen", formulierte sie ihre Eindrücke.

Ein wichtiger Punkt für die ausgebildete Erzieherin ist der biochemische Bereich. "Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung, viel Wasser trinken, das Bewegen in frischer Luft in allen Jahreszeiten und Alltagsaktivitäten dienen der Gesundheit und Entwicklung Ihres Kindes", machte die zertifizierte Lerntrainerin klar.

Insgesamt wünschte sich die Referentin eine positive Einstellung und das Anerkennen der Bemühungen des Kindes von Eltern und Lehrern - auch wenn die Leistung mal nicht der Erwartung entspricht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mittelschule (11032)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.