"Frauen reden überall mit"

Mit der im Amt bestätigten Bezirksvorsitzenden der Frauen-Union, Barbara Lanzinger (Mitte), freuten sich ihre Stellvertreterin Sylvia Stierstorfer (links) und ihre Bundestagskollegin Dr. Astrid Freudenstein (rechts). Bild: gf
Lokales
Hirschau
22.06.2015
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Sie vereinte 96 Prozent der Stimmen auf sich - Barbara Lanzinger hat die Frauen hinter sich. Vor sich hat sie einige Aufgaben, die der von ihr geleitete Bezirksverband anpacken will. Nicht locker lassen werde die Frauen-Union, auch in Zukunft mehr Frauen in wichtigen politischen Ämtern zu positionieren, kündigte sie an.

Zur Bezirksversammlung war die Oberpfälzer Frauen-Union nach Hirschau gekommen. Bürgermeister Hermann Falk stellte den Delegierten kurz die Stadt vor, auf den Kreisverband der Frauen-Union ging dessen Vorsitzende Birgit Birner ein: In 13 Ortsverbänden seien fast 700 Frauen organisiert, die auch in politischen Ämtern - etwa als 2. oder 3. Bürgermeisterinnen - Verantwortung übernommen hätten. In der Region funktioniere das Zusammenspiel zwischen CSU und Frauen-Union hervorragend, sagte CSU-Kreisvorsitzender Harald Schwartz.

Wohlstand in Gefahr

Für Albert Füracker, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium, sind CSU, Junge Union, Frauen-Union und Senioren-Union trotz unterschiedlicher Ansichten eine geschlossene Zweckgemeinschaft, die sich in den vergangenen Jahren durchaus gewandelt habe. "Früher hat die FU meist die klassisch weiblichen Themen besetzt, heute reden Frauen überall mit", sagte er. "Heute leben wir in Bayern im Wohlstand, um den uns 6,8 Milliarden Menschen beneiden", fuhr der Politiker fort und werte den Wohlstand als den Erfolg der Politik der CSU. Derzeit gerate einiges auf der Welt aus den Fugen, was laut Füracker auch die Wohlstandsgesellschaft gefährden könnte.

Wenn es um die Flüchtlingspolitik gehe, brauche Deutschland keine Belehrungen aus anderen Ländern, die bei Weitem nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen würden. Wer aus rassistischen und religiösen Gründen oder wegen seiner politischen Meinung verfolgt und vertrieben werde, dem müsse geholfen werden. Weiter sprach er die bayerische Sozialpolitik an. Diese gebe Familien die Wahl, ob sie ihre Kinder selbst erziehen will - "denn der Staat ist nicht per se schon der bessere Erzieher". Im Freistaat stünden Kita-Plätze flächendeckend zur Verfügung, "wo linke Ideologien regieren, wartet man zwei Jahre auf einen Kita-Platz". Der Frauen-Union bestätigte er, dass sie sich einbringe, um Heimat mitzugestalten.

Die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer sprach ebenfalls das Thema Asylbewerber an. Unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen könne nur mit zusätzlichen Übergangsklassen geholfen werden. Bayern trete auch für mehr Anerkennung von Pflegeberufen ein, die nicht auf eine Akademisierung hinauslaufen dürfe. Um möglichst vielen Pflegebedürftigen das Verbleiben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen, müssten mehr Pflegekräfte ausgebildet und vor allem finanziell gut ausgestattet werden, forderte sie.

Maut und Homo-Ehe

Die schonungslose Wahrheit über Barbara Lanzinger ist laut ihrer Bundestagskollegin Dr. Astrid Freudenstein, "dass die FU-Bezirksvorsitzende sich Dinge ansprechen traut, die der CSU-Landesspitze nicht gefallen könnten". Die Politikerin ging auf Griechenland ("Das restliche Europe hat keine Erfahrungen mit Ländern, die sich derart provokativ benehmen"), die Pkw-Maut ("Sie ist nicht ungerecht, wenn damit die vielen Durchreisenden auch zur Kasse gebeten werden") und die Homo-Ehe ("Kinder haben ein Recht auf Mutter und Vater und von diesem Recht sollten wir uns nicht verabschieden) ein.
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