Fünf Landwirte aus Weiher und Kricklhof heizen dem Dünenfreibad am Monte Kaolino im Hochsommer ordentlich ein. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ihre Biogasanlage in
Billiger baden dank Biogas

Umweltfreundlich und kostengünstig wird das Hirschauer Freibad mit Biogaswärme versorgt. Darauf weist die Infotafel am Badeingang hin (von links): Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz, AOVE-Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer, Bürgermeister Josef Reindl, Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, Bürgermeister Hermann Falk, die Betreiber der Biogasanlage Kricklhof, Laurenz Beck, Werner Wendl, Norbert Stangl und Karl Hanauer, Markus Bäuml vom Fachverband Biogas und Badbetriebsleiter Andreas Gebhard.
Lokales
Hirschau
11.08.2015
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Kricklhof erzeugt nicht nur Strom, sondern gleichzeitig auch klimafreundliche Fernwärme.

(usc) Bei der Sommeraktion "FreiBaden" will der Fachverband Biogas mit einer großen Infotafel in Hirschau zeigen, dass Biogaswärme auch im Sommer sinnvoll eingesetzt wird.

980 Megawatt Wärme

Das Dünenfreibad des Freizeitparks Monte Kaolino bezieht seit 2012 rund 980 Megawatt Wärme pro Jahr aus der zwei Kilometer entfernten Biogasanlage der Landwirte Werner Wendl, Norbert Stangl, Karl Hanauer, Laurenz Beck und Hermann Ott. Das sind 100 Prozent des Wärmebedarfs im Freibad.

Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist, mit der Wärme wird das Bade- und Duschwasser beheizt - klimaneutral und kostengünstig. Die Fernwärmeleitung zum Freibad betreibt die Bioenergiegenossenschaft der AOVE, wie der Vorsitzende, Schnaittenbachs Bürgermeister Josef Reindl erläuterte.

Die Stadt Hirschau als Betreiber des Freibads spart mit der Abnahme der Wärme aus der Biogasanlage von Kricklhof im Jahr rund 30 000 Euro gegenüber dem Betrieb mit Heizöl. Darauf wies Bürgermeister Hermann Falk bei der Vorstellung der Infotafel am Badeingang hin.

Laut Markus Bäuml vom Regionalbüro Süd-Ost des Fachverbands Biogas arbeiten in Deutschland mindestens 50 Freibadbetreiber mit Fernwärme aus Biogasanlagen. Dies sollte Schule machen. Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz zufolge wird die regenerative Energie in Bayern weiter steigen. AOVE-Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer kündigte an, dass man allen Fernwärmekunden aus dem AOVE-Bereich kleine Hausschilder anbieten werde. Diese sollen auf den Bezug umweltfreundlicher Wärmeenergie hinweisen.

Wenig Leitungsverlust

Leitender Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz wertete es als sinnvoll, dass die gesamte aus Biogasanlagen erzeugte Energie, also auch die dort entstehende Wärme, genutzt werde. Die Besonderheit im Fall Kricklhof sei die Tatsache, dass sie von fünf Landwirten gemeinsam betrieben werde. Für Sprecher Laurenz Beck war es ein Glücksfall, "dass das Freibad nicht weit von der Biogasanlage entfernt ist und so keine hohen Leitungsverluste auftreten".

Zur Feier des Tages gab es noch eine eiskalte Überraschung in der Hochsommerhitze für die kleinen Freibadbesucher, nämlich Gratis-Eis, spendiert vom Fachverband Biogas. Innerhalb weniger Minuten brachten Regionalreferent Markus Bäuml, Bürgermeister Hermann Falk und Harald Schwartz in einer schweißtreibenden Verteilaktion 300 Portionen Steckerleis unter die jungen Badbesucher.
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