Für Bürgermeister Hermann Falk gibt es keinen Zweifel: Das Freizeitzentrum Monte Kaolino ist ein weit über die Region hinaus
Musterbeispiel für Energiemix

Monte-Betriebsleiter Andreas Gebhardt (Zweiter von rechts) informierte MdB Barbara Lanzinger (Dritte von rechts) über die Wärmeversorgung der Freizeitanlage durch Biogas. Mit dabei (von links): CSU-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Schönberger, FU-Ortsvorsitzende Bärbel Birner und Bürgermeister Hermann Falk sowie (von rechts) CSU-Ortsvorsitzende Birgit Birner und Ex-Campingwart Emmeram Luber. Bild: u
Lokales
Hirschau
20.08.2015
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ausstrahlendes touristisches Leuchtturm- und Vorzeigeprojekt und ein Musterbeispiel in Sachen Versorgung durch regenerative Energien.

(u) Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger überzeugte sich davon. Das Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie wie auch für Tourismus traf auf kompetente Gesprächspartner. Neben Hermann Falk waren dies dessen Amtsvorgänger Hans Drexler, Monte-Betriebsleiter Andreas Gebhardt, Monte-GmbH-Geschäftsführer Christian Reil und mit Laurenz Beck einer der fünf Gesellschafter der Biogasanlage Weiher/Kricklhof.

34 000 Übernachtungen

Laut Gebhardt zählt der Campingplatz pro Jahr durchschnittlich 34 000 Übernachtungen. Nicht berücksichtigt sind die Dauercamper. Einschließlich der Dauerkarteninhaber besuchen rund 25 000 Gäste pro Jahr das Freibad. Sie könnten sich dank der Wärmeversorgung durch die Biogasanlage bei Wassertemperaturen um die 25 Grad vergnügen. Auch die Sanitärgebäude des Campingplatzes, die Betriebsgebäude und Sanitäranlagen des Freibads sowie das Restaurant Piazza del Monte werden mit Biogas-Wärme beheizt.

Nach Aussage von Gebhardt und Hans Drexler kommt der Stadt die Nutzung der Wärme aus der rund zwei Kilometer entfernten Biogasanlage pro Jahr um etwa 30 000 Euro billiger als beim Betrieb mit Heizöl. Drexler wies darauf hin, dass auch Betriebe im Gewerbegebiet Dienhof an das etwa drei Kilometer lange, von der AOVE-Biogenossenschaft betriebene Netz angeschlossen sind.

Sorgen über Energiepolitik

Nach Aussage von Laurenz Beck beträgt die elektrische Leistung der Anlage 360 Kilowatt, die thermische rund 450 Kilowatt. An warmen Tagen werden zwischen 350 und 400 Kilowatt abgerufen. Der Großteil wird für die Beheizung des Wassers im Freibad abgegeben, der Rest geht zum Sportpark zur Warmwasserbereitung. Eingesetzt werden zu über 30 Prozent Gülle aus den landwirtschaftlichen Betrieben sowie Silagen aus Wiesengras, Ackergras, Mais und Getreidepflanzen.

Über 80 Prozent der Flächen liegen im Umkreis von etwa 2,5 Kilometer der Anlage. Sorgen bereite den Betreibern die Unzuverlässigkeit der Energiepolitik. Durch die ständigen Änderungen des EEG und der gesetzlichen Vorgaben seien Investitionen mit großen Risiken verbunden.

Laut Christian Reil war die GmbH-Gründung für den Betrieb der Minigolf-Anlage, des Hochseilgartens, des Skilifts, der Sommerrodelbahn und des Kiosks notwendig, um dem Ski-Club die Gemeinnützigkeit zu erhalten. Für den Umbau des Skilifts und die neue Sommerrodelbahn habe man 2,1 Millionen Euro investiert. Der Bau des Adventure-Golfplatzes mit seiner Kunstrasenfläche habe 350 000 Euro gekostet. Bei der abschließenden Gesprächsrunde zeigte sich Lanzinger beeindruckt vom Konzept der Freizeitanlage. Die Energieversorgung durch die Biogasanlage bezeichnete sie als hervorragendes Beispiel dafür, dass man einen breiten Mix unterschiedlichster Formen der Energieerzeugung brauche.

Als vorbildlich erachtete sie die Entscheidung der Stadt, die in der Biogasanlage erzeugte und nicht verwertbare Wärme zur Beheizung des Bads zu nutzen. Grundsätzlich plädierte sie für einen weiteren Ausbau der dezentralen Energieversorgung. Diese trage entscheidend zum Gelingen der Energiewende in Bayern bei.
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