Gartler-Tipps gibt's so dazu

Kurz vor dem Wochenende waren viele Hirschauer Kleingärtner noch fleißig in ihren grünen Oasen - soll ja alles auch schön ausschauen, wenn sich morgen die Gartentüren öffnen. Bilder: Huber (2)
Lokales
Hirschau
27.06.2015
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Er hat in einer Saison schon einmal 106 Kilo Tomaten geerntet. Von zwölf Stauden, die im Freien standen - völlig ungeschützt. Richtig erklären kann Klaus Berg dieses Phänomen auch nicht. Aber seine Sorte Tomaten, die kann er nur wärmstens empfehlen.

Wobei er davon abrät, die Paradiesäpfel aus selbst gewonnenen Samen nachzuziehen. "Das wird nichts." Aber so ein Tütchen Samen kostet ja nicht die Welt, das sollte man in seinen Ernteerfolg schon investieren. Zumal man außer regelmäßigem Ausgeizen (Seitentriebe entfernen) nichts weiter tun muss. Und kein Gewächshaus braucht. "Matina heißt die Sorte. Ohne ,r'", sagt Klaus Berg, als er die Geschichte von den 106 Kilo Tomaten erzählt. Er ist keiner, der Gartler-Tipps geheimhält. Warum auch?

Hier wird gern geteilt

In seinem grünen Reich in der Hirschauer Kleingartenanlage am Moosweiher gibt er nicht nur seine Erfahrungen gern an andere weiter, sondern regelmäßig auch liebevoll selbstgezogenen Nachwuchs fürs Salatbeet oder, wie heute, mal einen Bierradi. Der ist gerade erntereif. Und geteilte Freude ist doppelte Freude. Gerade im Kleingarten. Den hat Michaela Basler, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt, diesmal in den Blickpunkt beim beliebten Tag der offenen Gartentür gerückt: Dabei sei noch nie eine Kleingartenanlage Thema gewesen, begründet sie die Entscheidung, die Hirschauer Laubenpieper zum Aktionstag einzuladen. Deren Vorsitzende, Maria Lang und Albert Sterk, zögerten nicht - und sagten zu.

Kuchen und Forellen

Obwohl ihnen kurz vor dem Termin schon ein bisschen mulmig wurde: Keiner weiß, wie viele Gartenfreunde morgen vorbeikommen. Deshalb rätseln die beiden auch, wie viel Essen sie vorbereiten sollen. Bratwürste, geräucherte Forellen, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen gibt es im Vereinsheim an der Sudetenstraße. Hier befindet sich nur ein Teil der Anlage, die aus vier Arealen rund um den Moosweiher besteht. 108 Mitglieder hat sie aktuell - und auch noch einige freie Parzellen. Vielleicht, so hofft Maria Lang, verliebt sich ja einer der Besucher morgen spontan in so ein lauschiges Fleckchen, auf dem man so entspannt Obst, Gemüse und Blumen kultivieren kann.

Oder Bienen züchten, wie Vize Albert Sterk. Ursprünglich war er "nur" Gartler. Doch seit ihn ein befreundeter Imker drauf gebracht hat, entsteht auf seiner Parzelle auch Honig. Das erledigen "meine Mädels", sagt Sterk und deutet auf seine Bienen, die emsig umhersummen. Und nebenbei auch noch als Bestäuber dafür sorgen, dass er und seine Gartler-Kollegen eine gute Ernte bekommen.

Wer mehr darüber wissen will, darf morgen gerne (fast) alle Gartentüren in der Hirschauer Anlage öffnen. Und natürlich mit den Experten des Vereins fachsimpeln. Klaus Berg wird auch da sein. Und beispielsweise seine Saatkisten zeigen - ein Patent, auf das er schwört. Gerade reift hier die nächste Generation Salat heran. Den, sagt Berg, "muss man schließlich das ganze Jahr im Garten haben". Und sei es nur, um der Nachbarin nebenan einen abzugeben.
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