Gebäude Hauptstraße 54 hat lange Backtradition
Brot duftet wieder

Lokales
Hirschau
11.02.2015
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Nach 50 Jahren Pause strömt wieder frischer Backduft durch die neu gestalteten Räume des historischen Gebäudes Hauptstraße 54 am Marktplatz. Bei einer Feierstunde baten die beiden Geistlichen Peter Bergmann und Roman Breitwieser um Gottes Segen für das Café Zuckersüß, das dort der neue Pächter, Konditormeister Dieter Scheler, eröffnete.

Bürgermeister Hermann Falk äußerte seine Freude, dass die Besitzer Stefan und Birgit Schertl das Haus renoviert haben. So habe der sanierte Marktplatz, das Wohnzimmer der Stadt, ein weiteres Aushängeschild hinzu bekommen. Den Schertls, die das ehemalige Bauer-Müller-Anwesen 2013 von der Stadt erworben haben, gelang es, das Gebäude in seiner Ursprünglichkeit so zu bewahren, wie es sich nach dem Brand 1916 präsentiert hat.

Laut Stadtheimatpfleger Sepp Strobl hat das Gebäude eine lange Backtradition. Auf dem Gebäude befindet sich seit exakt 150 Jahren die Bäckergerechtigkeit. Es war 1865, als die Rotgerber-Tochter Barbara Winter den Bäckermeister und Bierbrauer Xaver Stauber aus dem Staubersoler-Anwesen am Marktplatz gegenüber heiratete. Ihr Bruder Johann überließ ihnen das elterliche Anwesen, in dem sie eine Bäckerei einrichteten. 1891 übernahm Sohn Johann Stauber den Betrieb und übergab ihn 1897 an seine Schwester Barbara, die noch im selben Jahr den Bäckermeister Ulrich Kopf aus Speckmannshof heiratete.

1916 brannte das Anwesen ab. Danach wurde es zweistöckig wieder aufgebaut, so wie es heute noch steht. Nach dem Tod von Ulrich Kopf 1924 heiratete dessen Tochter Betty den späteren Hauptlehrer Albert Bauer aus Gebenbach. Der Betrieb wurde nun an den Bäckermeister Kienast verpachtet. In den 1930er-Jahren befand sich neben der Bäckerei im Hinterhof noch eine Motor- und Fahrradwerkstatt mit Tankstelle vor dem Haus.

Die einzige Tochter Irmgard der Familie Bauer heiratete 1955 den legendären Reporter Sepp Müller Anderl. Viele Hirschauer erinnern sich noch, dass der Anderl vom Fenster des oberen Stockwerks herunterschaute, um eines seiner "Zeitungsopfer" auszuspähen. Von 1945 bis 1965 pachtete Justin Zach die Bäckerei, die nun nach 50 Jahren wieder belebt wird.
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