Gift in schönster Form

Zwei Körbe zeigen den Unterschied: Den Weidenkorb hat ein Handwerker gemacht. In seine Herstellung wird mehr Zeit investiert, er kostet deshalb mehr, ist aber auch langlebiger. Bernhard Suttner hat seinen schon seit 25 Jahren. Der Plastikkorb in seiner anderen Hand ist relativ billig, aber auch schnell beschädigt und ohne großes Nachdenken entsorgt. Bild: u
Lokales
Hirschau
29.01.2015
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Es kann nicht Ziel des im "Plastikzeitalter" lebenden Menschen sein, eine plastikfreie Welt zu schaffen. Den Umgang mit diesem Stoff überdenken und Kunststoffmengen reduzieren, das kann man aber sehr wohl. Sagt Bernhard Suttner.

Der Bildungsreferent sprach auf Einladung des Katholischen Frauenbunds im voll besetzten Pfarrsaal. Suttner erinnerte an den Film "Plastic Planet" des österreichischen Regisseurs Werner Boote. Er habe den Anstoß gegeben, über den bewussten Umgang mit Plastik neu nachzudenken, da Plastik ein Klimakiller sei. Bei seiner Verbrennung werde CO2 freigesetzt. Unser Planet vertrage davon nur eine begrenzte Menge, ohne Schaden zu nehmen.

In der Nahrungskette

Suttner räumte ein, dass vor allem aus dem Hygienebereich Kunststoffe nicht wegzudenken seien. Er machte aber auch bewusst, dass Plastik als giftiger Abfall die Umwelt und unsere Gesundheit bedrohe. Im Meer schwämmen Unmengen an Plastikmüll. Seevögel verendeten qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Fische verwechselten winzige Plastikteilchen mit Plankton. Die Giftstoffe gelangten über die Nahrungskette in den menschlichen Organismus.

Der Referent wies auf die Problematik der in Kosmetikartikeln und Reinigungsmitteln enthaltenen Mikroplastik hin. Nach seiner Ansicht befindet sich die Menschheit in einem Großversuch mit Plastik. Bisher gebe es keine gesicherten Erkenntnisse, wie sich die Kunststoffe auf die Gesundheit der Menschen auswirkten. Sicher sei jedoch, dass Plastik Giftstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel enthalte.

Kein PVC nutzen

Suttners Resümee: Christen haben die Aufgabe und die Pflicht, verantwortlich mit diesem Thema umzugehen. Er riet dazu, kein Plastik zu kaufen, das nicht gekennzeichnet ist. Die Plastiksorten PE, PET, PP und wohl auch PS seien nach heutigen Erkenntnissen als gesundheitlich unbedenklicher einzustufen. Produkte aus PVC oder PC sollte man meiden.

Grundsätzlich sollte man auf Plastikverpackungen, Plastiktüten und Wegwerfartikel verzichten. Der "MIPS" (Material-Input pro Serviceeinheit) sei zu hoch. Deshalb gelte es, "langlebige Produkte zu verwenden, effiziente Technik zu nutzen und überflüssigen Schnickschnack zu verweigern". Suttner appellierte zudem, die Plastikprodukte ordnungsgemäß zu entsorgen. Wer der Umwelt einen Gefallen tun wolle, sollte überdies beim Einkauf den Spruch beachten: "Kurze Transportwege, Produktionsort möglichst nahe am Verkaufsort, Einkaufen im Wohnort oder in der Nähe."
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