Großputz in kleiner Kapelle

Vergangenes Jahr versprachen die CSU-Frauen, sich um die Pflege der Vierzehnnothelfer-Kapelle an der Ehenfelder Straße zu kümmern. Sie hielten Wort. Birgit Birner (rechts) tat dies schon seit Jahren, als das sakrale Kleinod noch in Privatbesitz war. Bärbel Birner (Mitte) und Annemarie Brandl (links) brachten nun das Kirchlein bei einer Putz- und Reinigungsaktion auf Hochglanz und schmückten die Kapelle mit einem von ihnen gefertigten Blumengesteck. Bild: u
Lokales
Hirschau
21.09.2015
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Direkt an der Ehenfelder Straße steht gegenüber des Friedhofhaupteingangs unweit der ierzehnnothelferkirche auf einer Anhöhe die gleichnamige Kapelle. Sie ist der Heiligen Familie geweiht und befindet sich seit einigen Jahren im Besitz der Stadt Hirschau. Nun erstrahlt sie in neuem Glanz.

Zu verdanken ist dies einer Reinigungsaktion der Frauen-Unios-Vorsitzenden Bärbel Birner und Annemarie Brandl. Das FU-Duo tat sich zu einem Großputz zusammen und schmückte das sakrale Kleinod zum Schluss mit einem von ihnen gefertigten Blumengesteck. Beim Arbeiten stellten sie aber auch Mängel fest, die seitens der Stadt als Eigentümer beseitigt werden sollten. So braucht der Innensockel der Kapelle dringend etwas Farbe, müssen der Bilderrahmen repariert und das Glas der Eingangstür ausgewechselt werden. Sie baten Bürgermeister Hermann Falk, diese Reparaturen möglichst rasch zu veranlassen.

Standort bleibt erhalten

Im Spätsommer vergangenen Jahres hatten sich die CSU-Stadtratsfraktion und Vorstand zusammen mit Bürgermeister Falk bei einem Ortstermin über den Stand der Straßen- und Parkplatzbaumaßnahmen im Bereich des Friedhofs an der Kreisstraße 18 informiert. Falk versicherte damals, dass die Vierzehnnothelfer-Kapelle auf jeden Fall an ihrem Standort erhalten bleibt.

Auf Vorschlag von Birgit Birner sicherten die CSU-Frauen spontan zu, sich der Pflege der Kapelle dauerhaft anzunehmen. Birner kümmerte sich schon länger - als die Kapelle noch in Privatbesitz war - regelmäßig um das unter Denkmalschutz stehende Gotteshaus, das Anfang des 17. Jahrhunderts von einem Frater als Gebetsstätte erbaut wurde.

Urkundlich erwähnt ist sie erstmals, wie in einer von Joseph Weinberger verfassten Chronik nachzulesen ist, im Jahr 1737. Da steht: "Ich, Georg Adam Plättl, Dechant und Stadtpfarrer, und ich, Johann Sebastian Hopfner, I.R. und Pfarrgotteshaus-Verwalter, verkaufen an Frater Joseph Finck, Ainsiedler, unsere unweit der Stadt vom Magistrat bei der Vierzehnnothelfer-Kapelle aufgebaute Klausen."

Im Volksmund wurde die Kapelle früher Pfannenflicker-Kapelle genannt. Ihren Ursprung hat diese Namensgebung im Jahr 1831, als das Klausenhäusl neben der Kapelle in den Besitz des Pfannenflickers Michael Tafelmeyer überging. Vor rund dreißig Jahren ließ die durch ein tragisches Flugzeugunglück ums Leben gekommene Elisabeth Heckmann die Kapelle, die manchmal auch als "Salvatorkapelle" bezeichnet wird, auf ihre Kosten komplett renovieren.

Bis weit in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein machten die Flurprozessionen Station an dieser Kapelle. Ursprünglich wurde das erste, später das dritte Evangelium gelesen. Die Vorderseite der Kapelle besteht aus Sandsteinen, die Rückseite ist gemauert. Darüber wölbt sich ein Ziegeldach. Zur Tür führen fünf Stufen Eine verglaste, aus Holz bestehende Rundbogentür verschließt den Eingang.

Im Inneren befindet sich ein Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert auf Leinwand, das Maria und Josef mit dem Jesuskind zeigt. Oberhalb der Tür steht in einer vergitterten Nische der Heilige Florian, der Schutzheilige gegen Feuer. Über dem mit Kupferblech versehenen Rundbogen-Giebel ist eine Erhöhung mit einer Sandsteinkugel und einem Doppelkreuz.
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