Heiliger Bimbam, ein starkes Stück

Ebenso wie andere Mütter auch, tritt Bürgermeistersgattin Walburga Hitzinger (Evi Fritsch) in einen Streik und stellt ihrem Ehemann kurzerhand das Bett vor die Tür.
Lokales
Hirschau
19.07.2015
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"Der Krieg ist der Vater aller Dinge" - so lautet der bekannteste Spruch des griechischen Philosophen Heraklit. Die 350 Premieren-Besucher des Festspiel-Stückls "Der Glockenkrieg" konnten als Fazit mitnehmen: Mit dem gütlichen Ende dieser Auseinandersetzung wurde die Basis für die Freundschaft zwischen Hirschau und Schnaittenbach gelegt.

Festspielvereinsvorsitzender Hans Drexler hatte die uralte Rivalität zwischen den Nachbargemeinden im Hinterkopf, als er das Schelmenstück "Der Glockenkrieg" von Alois Johannes Lippl zur Grundlage für das Festspiel machte. Zusammen mit Regisseurin Verena Bauer, seiner Schwiegertochter, gelang es ihm glänzend, die Vorlage auf die Gegebenheiten im Kaolinbecken zuzuschneiden und überlieferte Hirschauer Stückln einzubauen.

Einige Techtelmechtel

Mesner Nagler (Richard Wisneth) und sein Schnaittenbacher Pendant Pollinger (Ludwig Schmid) sind sich einig: "Die Schnoittenbecker haben schöine Moidln, während Hirschau viele Übriggebliebene an die Nonnenklöster liefert." In Schnaittenbach mangelt es aber an strammen Burschen. Da sind gemeindeübergreifende Techtelmechtel unausweichlich. Ausgerechnet die Liebenden werden Opfer des Kriegszustandes. Ausgelöst wird der durch ein Gerichtsurteil. Hirschaus Bürgermeister Hitzinger (Dieter Held) und seine Stadträte klopfen sich auf die Schenkel, weil der Stadt der umstrittene Bürgerwald zugeordnet wird. Das Urteil bringt Schnaittenbachs impulsiven Bürgermeister Rosskopf (Roland Fritsch) und den Magistrat in Rage. Als der Amtsrichter (Hans Drexler) das Urteil für endgültig erklärt, verklagen sie die Hirschauer wegen "akustischem Landfriedensbruch". Deren Glockengeläute sei schuld an den Unwettern über Schnaittenbach.

Fotos: Werner Schulz


Angeheitert fassen Rosskopf und sein Magistrat den Beschluss, dass "zwischen Hirschau und Schnaittenbach nimmer verlobt und geheiratet werden darf". Ausgerechnet ihre Töchter aber sind mit Hirschauern verbandelt. Um die Beziehungen nach Hirschau zu unterbinden, sprengen Rosskopf und seine Leute die Ehenbachbrücke. Aus Rache versenken die Hirschauer die Schnaittenbacher Glocke im Moosweiher und ersetzen sie durch Kuhglocken. Gleichzeitig schneidet die Rosskopf-Truppe die Seile der Hirschauer Glocken durch. Wegen ihrer Missetaten droht Amtsrichter Hofrat Schmaus beiden Parteien saftige Strafen an.

Der Klügere gibt nach

Die Jugendlichen machen sich auf und davon und erklären, erst heimzukommen, wenn zwischen beiden Orten wieder normale Verhältnisse herrschen. Unterstützung finden sie bei Dekan Hirdringer (Bernhard Kustner) und Pfarrer Bruckner (Erwin Zach), ebenso bei den Müttern, die ihren Gatten die Betten vor die Tür stellen. Das verkraftet Magister Wispauer (Johannes Fleischmann) nicht und fällt in Ohnmacht. Als er erwacht, wird ihm bewusst, dass "das Nachgeben schon immer die Sach vo die Klügeren war". Umgehend beschließen beide Bürgermeister, dass sie diejenigen sind, die nachgeben. Für die Schnaittenbacher ist das Glück vollkommen, als Esel Napoleon neue Glocken herankarrt. Bei der ausgelassenen Feier teilt Amtsrichter Schmaus mit, dass nach Aussage der Versicherung die Hagelschäden in Hirschau "um 4,7 Prozent höher waren als in Schnaittenbach".

Langanhaltender Beifall war der Lohn für die Schauspieler, die ihre Rollen bestens verkörperten. Dazu trugen auch die Kostüme bei. Regisseurin Verena Bauer hatte das Schelmenstück hervorragend in Szene gesetzt. Zu den Glanzpunkten zählten zudem die musikalischen Beiträge. Ein Kompliment verdienten auch Bühnenbauer, Bühnenbildner, Pyrotechniker, Beleuchter und Beschaller.
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