Heinz Müller feiert im Kreise seiner Familie seinen 90. Geburtstag
Kegeln sein großes Hobby

Jubilar Heinz Müller (vorne, Mitte) umgeben von Tochter Eva und Sohn Frank mit ihren Kindern. Bild: waj
Lokales
Hirschau
18.09.2015
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"Sie sind älter als es die Bibel eigentlich erlaubt" - mit diesen Worten gratulierte der Hirschauer Pfarrer der evangelischen Gemeinde, Roman Breitwieser, lachend dem Jubilar Heinz Müller zu seinem 90. Geburtstag. Eine Äußerung, die das Geburtstagskind mit einem Schmunzeln quittierte. "Eigentlich weiß ich selber gar nicht genau, wie ich es geschafft habe, so alt zu werden", verriet er später.

Was aber auf jeden Fall mit zum hohen Alter beitrug, da ist sich seine Familie sicher, ist, dass Müller noch heute sehr auf seine Fitness achtet - auf die körperliche ebenso, wie auf die geistige. Nach wie vor versorgt er sich weitgehend selbst, bis vor zwei Jahren war er auch noch täglich mit dem Fahrrad unterwegs, mittlerweile nutzt er dafür lieber sein "Gehwagerl". Zeitung lesen und Nachrichten hören, das ist täglich Pflicht für ihn.

Stets große Stütze

Bürgermeister Hermann Falk überbrachte neben den eigenen auch die Glückwünsche von Landrat Richard Reisinger und neben Pfarrer Roman Breitwieser wünschte auch der TuS Hirschau, vertreten durch seinen Gesamtvorsitzenden Gerd Fleischmann, ebenso wie der Kegelclub Rot-Weiß mit seinem Vorsitzenden Dieter Held alles Gute. Ab 1970 war Müller Mitglied bei den Keglern, 35 Jahre spielte er aktiv - und war eine große Stütze beim Bau der Kegelbahnen im heutigen Sportpark, wie sich Jörg Behrend, Vorsitzender der Sportpark GbR erinnerte: "Wir freuen uns, dass du auch heute noch öfters bei den Keglern zu Gast bist!"

In Schlesien aufgewachsen

Müller ist tief verwurzelt in Hirschau, obgleich er eigentlich gar nicht von hier stammt. In Neusalz an der Oder in Niederschlesien mit neun Geschwistern aufgewachsen, wurde er im Zweiten Weltkrieg mit 18 Jahren an die Front geschickt, wo er in russische Gefangenschaft geriet. Während dieser Zeit musste seine Familie aus Niederschlesien fliehen und lange wusste Müller nicht, wie es den Eltern und verbliebenen Geschwistern ging. Groß war die Erleichterung als ihn kurz vor Heiligabend 1947 eine Postkarte der Mutter erreichte, die mitteilte, dass sie und ein Teil der Kinder in Hirschau untergekommen seien. Als er 1948 in Hirschau eintraf, hatte sich die gesamte Familie wieder zusammengefunden und man wurde in der Oberpfalz ansässig.

Müller, der eigentlich gelernter Verwaltungsbeamter war, arbeitete zunächst im Betonwerk und später beim Kaolinwerk Dorfner, wo er sich vom Hofarbeiter bis ins Werkbüro hocharbeitete. 1955 heiratete er seine Frau Eva, die ebenfalls aus Schlesien stammte. Aus der Ehe gingen Sohn Frank und Tochter Ute hervor. Vor 25 Jahren ging Müller in Pension und widmete sich neben der Familie vor allem seinem Hobby, dem Kegeln.

Vor zwei Jahren starb seine Ehefrau. Müller lebt nach wie vor in der gemeinsamen Wohnung. Tochter Ute wohnt in der Nähe, Sohn Frank hat sich in Gebenbach angesiedelt. So kommt die Familie, die mittlerweile auch um drei Enkel vergrößert ist, regelmäßig zusammen.
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