Hier schlägt der Puls des Südens

Zwischen Gitarren, Mischpulten und Musik-CDs fühlen sich die Southern-Rock-Fans Robert Hiemer (links) und Mike Hennig wohl. Bild: Hartl
Lokales
Hirschau
10.12.2014
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Robert Hiemer hat einen konservativen Beruf - Banker. In seiner Freizeit ist er aber ein echter Rocker. Er komponierte und textete bereits Lieder über den Lieblings-Whiskey seiner Band - einen 18 Jahre alten Jameson -, über den Mel-Gibson-Film "Get the Gringo" oder über den Salute-Club in Weiden.

Southern Rock ist mehr als Musik. Es ist ein Gefühl. Das sagt zumindest der Hirschauer Robert Hiemer (54). Alle seine Freunde nennen ihn beim Künstlernamen: Rob. Er spricht vom Puls des Südens, der voller Authentizität, voller Emotionen und ehrlich sei. Während im Hintergrund Musik seiner Band "Southern Rock Junkies" läuft, schwärmt er von Gitarrenduellen und dass sie etwas Erhabenes hätten.

Als Bassist angefangen

Southern Rock zählt Rob selbst zu einer Nische. Das zeigt auch die Tatsache, dass sich diejenigen, die sich für diese Musikrichtung begeistern, im Internet vernetzen. Bis 2010 trafen sich 100 bis 200 Fans aus Deutschland, Italien und der Schweiz jährlich im Spreewald, um gemeinsam Musik zu machen.

Dabei trat auch Robs Band, die "Southern Rock Junkies", dreimal auf. Deren Mitglieder sind über die ganze Bundesrepublik verteilt. Drei- bis viermal jährlich treffen sie sich. Öfter ist nicht drin. Rob sagt: "Das sind alles Familienväter und keine Profis." Rob ist überzeugt, dass er mit seiner Leidenschaft viele andere damit infiziert habe.

Selbst sei er in den 1970er Jahren von Southern Rock "so richtig elektrifiziert" worden. Der Ehemann und Vater von zwei Kindern fing als Bassist in einer Weidener Band an. In seiner Heimatstadt war er auch als DJ unterwegs. Das sei die Zeit gewesen, als er die exotische Musikrichtung für sich entdeckt habe. Auf Festivals am Nürnberger Zeppelin-Feld wurde der Sound gespielt. Amerikaner aus Grafenwöhr hätten Southern Rock in der Oberpfalz richtig bekannt gemacht.

Seitdem hat Rob rund 50 Lieder komponiert, getextet und mit seiner Band, die er 2003 gegründet hatte, auch aufgenommen. Er singt fast alle Songs selbst. Für manche fehlt ihm die "dreckige Stimme", wie er sagt. Deswegen hat er für ein paar Stücke jemanden mit einer kräftigeren Stimme aus Hannover engagiert. Bisher sind die Lieder laut dem 54-Jährigen "auf Halde gelegen". Es fehlte jemand, der sie mastert. Dabei handelt es sich um die Endbearbeitung von Tonaufnahmen, es ist der letzte Schritt der Musikproduktion. Der Zufall wollte es, dass Robs Leidenschaft aber schließlich doch auf CD gepresst werden konnte.

Denn nur einige Hundert Meter von Rob entfernt, wohnt seit 15 Jahren Mike Hennig, der Musikproduzent ist und ein Studio besitzt. Hennig lebt Musik. Er spielt Gitarre, Akkordeon, Klavier und Orgel - und er steht auf Robs Musik. Seit Mai kennen sich beide. Das Internet hat sie zusammengeführt. Mittlerweile ist der 59-Jährige auch bei den "Southern Rock Junkies".

Doppel-CDs veröffentlicht

An der Musikrichtung schätzt er die "gewisse Ehrlichkeit", eben weil nicht alles aalglatt und steril klingt: "Man hört hier jedes Instrument einzeln. Das Können der Musiker steht im Vordergrund." Aus der Freundschaft entsprungen sind zwei im Sommer veröffentlichte Doppel-CDs: "Salute Muchachos/El Diabolo" und "Ghostriders of Southern Rock". Rob sagt: "Ich bin ein Realist, ich werde und will kein Geld damit verdienen." Viel wichtiger sei es ihm, seine Leidenschaft zu teilen. Wer mit ihm spricht, glaubt ihm das. Der Hirschauer ist froh, wenn sich andere für Southern Rock begeistern.

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Informationen und die CDs gibt es auf:

http://www.southernrockjunkies.de
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