"I have a dream!" Diesen Abba-Hit sang der Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 bei der
Zauberflöte als Anfang und Ende

Der von Jana Müller (rechts) dirigierte Gemischte Chor des Gesangvereins 1860 bot eine überzeugende Leistung. Die Sänger trugen überwiegend Lieder aus fernen Ländern vor. Bilder: u (2)
Lokales
Hirschau
21.07.2015
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Sommerserenade. Der Titel beschrieb sehr gut die Stimmung unter den rund 250 Besuchern, die im Schlosshof einen traumhaft schönen musikalischen Abend erlebten.

(u) Dass das abendliche Ständchen zu einem Höhepunkt des Hirschauer Kulturlebens und zu einem echten Genuss wurde, dazu leisteten alle Akteure ihren Beitrag. Der von Jana Müller dirigierte gastgebende Gemischte Chor bestach bei seinen Beiträgen durch eine wohl abgestimmte Klangfülle der Männer- und Frauenstimmen. Gleiches galt für den Schnaittenbacher Chor Happy Voices unter Leitung von Andrea Eichenseer. Jana Müller glänzte mit ihrer Sopranstimme auch als Solistin. Schwungvoll und munter spielten die Salleröder Boum Stefan und Simon Schmidt auf. Für launige Zwischentöne sorgte mit Peter Butschek ein Chor-Insider. Er führte humorvoll durch das Programm.

Kein Krieg der Sänger

Nachdem der Gemischte Chor die Veranstaltung mit "Wir grüßen euch alle" aus Mozarts Zauberflöte eröffnet hatte, wertete Ehrenvorsitzender Günter Überacker in seinen einführenden Worten die Mitwirkung der Happy Voices als Beleg dafür, dass der Glockenkrieg zwischen Hirschau und Schnaittenbach offenbar keine Auswirkungen auf die Freundschaft der Chöre in den Nachbarstädten hat. Dies bewies sich spätestens, als sie unter Leitung von Jana Müller den Udo-Jürgens-Hit "Ich war noch niemals in New York" intonierten.

Mit der tschechischen Weise "Hop hej Cibulari" entführte der Gemischte Chor das Publikum zunächst in die Heimat seiner Dirigentin Jana Müller. Mit "Kad si bila mala Mare" und "Wenn die Bettelleute tanzen" folgten Volkslieder aus Dalmatien und Schlesien und Manfred Schlenkers "Der alte Kakadu". Die Salleröder Boum setzten mit der "Magic Viki Polka" von Denis Novato einen frisch-fröhlichen Kontrast. Bei Robert Neumeiers "Verzauberte Finger" legte Simon Schmidt mit seinem Akkordeon ein atemberaubendes Tempo vor. Das alte Volkslied "Fliege mit mir in die Heimat" ließ so manchen Besucher mit einstimmen.

Der "Schmelzhütten Landler" von Alfred Ebenharter gelang dem Duo genauso perfekt wie Mark Pirchers "Platz'l Boarischer". Auch die Original-Oberkrainer-Fans kamen auf ihre Kosten. Mit den Stücken "Im Schweizer Hochland" und "Für meine besten Freunde" hielten die Boum das musikalische Schaffen des verstorbenen Slavko Avsenik lebendig. Dass die beiden Burschen auch ruhigere Töne anschlagen können, bewiesen sie bei Luis Plattners "Sterne am Himmel". Nachdem die Boum einfühlsam die Volksweise "Der alte Jäger" präsentiert hatten, wurden sie für ihre Beiträge förmlich mit Beifall überschüttet.

Riesenapplaus ernteten auch Andrea Eichenseer und ihre Happy Voices. Sie bereicherten die Serenade mit eindrucksvollen Interpretationen von Hubert Goiserns "Weit, weit weg", Reinhard Meys "Über den Wolken" und dem Hit der Comedian Harmonists "Wochenend und Sonnenschein". Sonderapplaus gab es für Adam Podokschik, der beide Chöre einfühlsam am E-Piano begleitete.

Jana Müllers Lippen

Nicht nur für Peter Butschek, wohl auch für manchen männlichen Besucher war Jana Müllers Botschaft "Meine Lippen, sie küssen so heiß" aus Franz Lehars Operette "Giuditta" absolut glaubhaft. Bei ihrem Gesangsolo sie von Andrea Eichenseer am E-Piano begleitet.

Der Gemischte Chor sorgte mit John Dowlands "Come again", dem Abba-Song "I have a dream" und Jan Holdestocks Kanon "Calypso" für eine gelungene Abrundung des musikalischen Abends. Mit Mozart und einem Stück aus seiner "Zauberflöte" hatte der Gemischte Chor die Serenade eröffnet. Nicht weniger anspruchsvoll war der Abschluss mit "Habt Dank für die Stunden" - ebenfalls aus der "Zauberflöte".
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