Im Jahr 1990 zählte der Imkerverein 44 Mitglieder. Die betreuten damals 791 Bienenvölker. Aktuell gehören der Gruppe noch 16 Bienenzüchter an, die exakt 100 Völker ihr Eigen nennen.
Beim Nachbarn lauert Faulbrut

Lokales
Hirschau
16.03.2015
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(u) Bei der Jahreshauptversammlung gedachten die Mitglieder, von denen die meisten anwesend waren, des im vergangenen Jahr verstorbenen Ehrenvorsitzenden Willi Bösl. Dieser hatte dem Verein 78 Jahre lang angehört und ihn von 1946 bis 1980 als Vorsitzender geführt. Herausragende Leistung seiner 20-jährigen Amtszeit als Imker-Kreisvorsitzender war die Schaffung des Oberpfälzer Bienenhofs in Aschach gewesen. Der Landesverband hatte Bösls Verdienste mit der Verleihung der Zandermedaille in Gold gewürdigt.

Verstärkt Kontrollen

Wie Vorsitzender Gerhard Siegert in seinem Rückblick erwähnte, traf man sich im vergangenen Jahr zu drei Versammlungen. Themen waren unter anderem das Auswintern, die Bienengesundheit und die Kunstschwarmbildung. Intensiv befasste man sich mit den verschiedenen zugelassenen Mitteln gegen die Varroamilbe. Bei der Ausgabe hatte der Veterinärarzt eindringlich dazu aufgerufen, die Behandlung in der zweiten Julihälfte anzugehen. Benachbarte Imker sollten für die drei notwendigen Arbeitsschritte möglichst einen gemeinsamen Termin vereinbaren. Ausdrücklich wies Siegert auf die vorgeschriebene Eintragung in das Bestandsbuch hin. Das Veterinäramt führe verstärkt Kontrollen durch.

Überhaupt war die Gesundheit der Bienen ein zentrales Thema der Versammlung. Die Tiere der Hirschauer Imker, so Siegert, seien aktuell nicht von der Faulbrut betroffen. Allerdings sei dies in einem unmittelbar an Hirschau angrenzenden Gebiet der Fall. Als besten Schutz erachtete der Vorsitzende eine "sauberes Arbeiten" des jeweiligen Imkers. "Gerätschaften, die mit den Bienen in Kontakt kommen, müssen unbedingt desinfiziert werden", appellierte er.

Siegert ermahnte die Mitglieder, beim Umgang mit Ätznatron in jedem Fall Schutzkleidung zu tragen, angefangen von einer Schutzbrille über Gummihandschuhe und einem Gummischurz, der bis zum Boden reicht, bis hin zu Gummistiefeln. Verunreinigte Beuten sollten gründlich mit heißem Wasser gereinigt werden. In den Beuten sollten keine alten dunkelbraunen oder schwarzen Waben gelagert werden. Um Räubereien zu verhindern, sei es wichtig, Honig- und Futterwaben bienendicht zu lagern. Auf keinen Fall sollte man fremden Honig verfüttern. Beim Kauf von Bienenvölkern sollte man sich immer ein amtliches Gesundheitszeugnis vorlegen lassen.

Als im Bienenjahr kritische Phase bezeichnete Siegert das Frühjahr, da sich der Wechsel von den Winter- zu den Sommerbienen vollziehe. Kontrollen, bei denen die Völker geöffnet werden, sollten erst nach dem Reinigungsflug stattfinden. Sonst könnten die Bienen ihre Kotblasen in der Beute entleeren, was Ruhr- und Nosemose-Infektionen fördern würde. Die Temperaturen sollten mehr als zwölf Grad betragen. Wichtig sei zu überprüfen, ob der Futtervorrat ausreicht. Das Futter sollte sich in der Nähe des Brutnestes befinden.

Neue Beitragsordnung

Ausführlich informierte der Vorsitzende über die neue Beitragsordnung des Landesverbandes. Seit 1. Januar beträgt der Vollbeitrag einschließlich der Imker-Global-Versicherung 25,62 Euro, ohne diese Versicherung 14,68 Euro. Mitglieder unter 18 Jahren müssen inclusive Versicherung 10,94 Euro bezahlen, ohne Versicherung sind sie beitragsfrei. Diese Regelung gilt auch für Ehrenmitglieder und -vorsitzende.

Fortbildung im Bienenhof

Abschließend empfahl der Vorsitzende, die Fortbildungsveranstaltungen im Aschacher Bienenhof zu besuchen. Im Terminkalender fest vorgemerkt werden sollte der Besuch des Oberpfälzer Imkertags am Sonntag, 28. Juni.
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