"Man kann nicht gleichzeitig aus der Atomkraft und der Stromerzeugung durch Braunkohle aussteigen. Wir werden in einer Übergangszeit Kohle- und Gaskraftwerke benötigen." Dies betonte Bezirksleiter Hartmuth Baumann bei der Jubilarehrung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).
Weitere "dicke Bretter" warten

Bei der Jubilarehrung zeichnete die IG Bergbau, Chemie, Energie langjährige Mitglieder (von links): Ortsgruppenvorsitzender Josef Birner, Gottlieb Schäffer, Monika Kohl, Claus Eichenmüller, Roswitha Tettenborn, Walter Schuller und Bezirksleiter Hartmuth Baumann. Bild: bij
Lokales
Hirschau
05.11.2014
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(bij) Baumann hatte bei der Versammlung im Sportpark Bedenken wegen der Versorgungssicherheit. Die Energiewende müsse darüber hinaus nicht nur ökologisch und nachhaltig, sondern auch sozial gerecht und wirtschaftlich vernünftig sein. Sie dürfe nicht zu einer Abwanderung der energieintensiven Betriebe ins Ausland führen, sondern müsse für die Unternehmen sowie für die Arbeitnehmer und Rentner bezahlbar bleiben.

Kritik an der GDL

Wie Ortsgruppenvorsitzender Josef Birner erklärte, könne man Veränderungen nur gemeinsam herbeiführen. Die Gewerkschaften als große Solidargemeinschaft würden dabei die Interessen der Arbeitnehmer in den Betrieben vertreten und umsetzen. Ein Augenmerk müsse immer auf die Verhältnismäßigkeit aller Maßnahmen gelegt werden. Dies vermisse er teilweise bei den aktuellen Aktionen der nicht dem Deutschen Gewerkschaftsbund angehörigen Lokführergewerkschaft GDL. Dieser gehe es eher darum, die Tarifverhandlungen nun auch für Zugbegleiter und weiteres Eisenbahnerpersonal der konkurrierenden Gewerkschaft EVG übernehmen zu wollen.

Bezirksleiter Hartmuth Baumann erinnerte in seiner Laudatio mit einer kleinen Zeitreise an die politischen und beruflichen Ereignisse beim Eintritt der Jubilare in die Gewerkschaft. So kämpften die Mitglieder um eine Reduzierung der Arbeitszeit und um die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, als Roswitha Tettenborn und Jürgen Staudte vor 40 Jahren in die Gewerkschaft eintraten. 1989, im Jahr des Mauerfalls und der Wiedervereinigung vor 25 Jahren, wurden Monika Kohl, Josef Biller, Gerhard Dotzler, Claus Eichenmüller, Erwin Fleischmann, Uwe Forster, Norbert Heider, Erich Markert, Gottlieb Schäffer, Erich Schönhammer und Walter Schuller Mitglied.

Trotz aller erreichten Errungenschaften gelte es weiterhin, "sehr dicke Bretter zu bohren", sagte Baumann. Dies gelte vor allem beim Thema Leiharbeit. "Es mag viele gute Gründe für den Einsatz von Leiharbeitern geben. Aber es gibt keinen einzigen Grund, sie schlechter zu bezahlen. Leiharbeit darf nicht länger zur Lohndrückerei missbraucht werden", appellierte er. Um dies zu ändern, brauche man auch in der Zukunft starke Gewerkschaften. Die Arbeitswelt habe sich seit dem Eintritt der Jubilare in die Gewerkschaft rasant gewandelt. Zusammen mit den Gewerkschaften hätten die Jubilare viele Verbesserungen erstritten, von denen die Jüngeren heute profitierten. Dafür gelte es zu danken.

Nadeln und Urkunden

Zusammen mit Ortsgruppenvorsitzenden Josef Birner überreichte Hartmuth Baumann Ehrennadeln, Urkunden und Ehrengaben der IG BCE. Der Ehrenabend klang musikalisch aus.
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