Mit 80 Jahren Treue zum Verein ist Luzie Schertl Rekordhalterin beim TuS Hirschau, wahrscheinlich sogar seit dessen Gründung 1870. Sie war eine der Geehrten bei der
Keiner will den Chef machen

Langjährige TuS-Funktionäre erhielten eine Auszeichnung (von links): Walter Fleischmann, Norbert Schenzel, Jürgen Stepan, Rainer Radomsky und Gerhard Fleischmann.
Lokales
Hirschau
20.10.2015
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Jahreshauptversammlung. Die Neuwahlen mussten abgebrochen werden, da sich kein Kandidat für den Vorsitzendenposten fand.

(fg) In seinem Grußwort bezeichnete Bürgermeister Hermann Falk das vielseitige Angebot des TuS als wichtigen Baustein im Sportgeschehen der Stadt und den Verein als überregionalen Werbeträger. Peter Stock vom BLSV-Kreisvorstand gratulierte zu den Erfolgen.

Vorsitzender Gerhard Fleischmann, der, wie schon länger bekannt, nicht mehr kandidierte, bilanzierte seine 24-jährige Amtszeit. Der TuS zählt in fünf Abteilungen etwa 950 Mitgliedern. Es waren schon einmal neun mit 1500 Mitgliedern - Reiten, Schach, Ski und Fußball gründeten eigene Vereine. 1999 zog der TuS vom Gebrüder-Dorfner-Stadion in den Sportpark um. Durch die Einführung einer festen Struktur bei der internen Spartenförderung spart man Diskussionen. Ein Großteil der Beitragseinnahmen wird an die Sparten, die den Sportbetrieb eigenverantwortlich abwickeln, weitergeleitet.

Der Funktionärstag in Pilsen sei gut angekommen, der Mitgliederrückgang der Verselbständigung von Abteilungen und dem demografischen Wandel geschuldet, und die Finanzen seien geordnet, sagte der Vorsitzende. Im Sportpark stehe zum Jahreswechsel ein Pächterwechsel an, Gespräche seien im Laufen.

Nicht mehr kandidiert

Fleischmann dankte seinem erstklassigen Führungsteam: "Ohne die Abteilungs- und über 30 Übungsleiter ist die Qualität, die das Fundament im Verein bildet, nicht machbar. Sie haben das Tagesgeschäft zu bewältigen und machen das hervorragend." Nach 24 Jahren sei frischer Wind durch einen neuen Vorsitzenden überfällig, schloss Fleischmann seinen Bericht. Ausbaufähig sei im TuS das Freizeit- und Seniorenangebot.

Der Haushalt des TuS und seiner Abteilungen umfasste 2014 etwa 220 000 Euro, berichtete Kassier Klaus Wild. 25 000 Euro und damit über 50 Prozent der Beitragseinnahmen seien direkt an die Sparten geflossen. Der Rest werde für Verbandsabgaben, Versicherungen und den Vereinshaushalt verwendet. Die Vereinspauschale des Freistaats komme ebenfalls den Abteilungen zugute.

Um im Vorstand mehr Flexibilität zu ermöglichen, wurde die Satzung einstimmig verändert. Künftig kann alternativ zur bisherigen Struktur mit 1. bis 3. Vorsitzenden auch ein gleichberechtigtes Zweier- oder Dreierteam an der Vereinsspitze stehen und sich die Aufgaben teilen. Einmütig beschloss die Versammlung, die Vereinsbeiträge 2015 nicht zu verändern. Ohne Gegenstimme bestätigte die Versammlung die Reisekostenrichtlinie, die Aufwandsentschädigungen für Vereinsfahrten regelt.

Die Neuwahlen mussten abgebrochen werden, da sich kein Kandidat für das Amt des Vorsitzenden fand. Man hätte zwar die anderen Positionen wählen können, aber die Kandidaten zogen zurück. So wird im Frühjahr 2016 eine erneute Delegiertenversammlung versuchen müssen, den bis dahin kommissarisch weiter tätigen bisherigen Vorstand neu zu formieren. Gelingt das nicht, ist eine Mitgliederversammlung einzuberufen, die zu entscheiden hat, wie es mit dem TuS weitergeht.

Rückgrat des Vereins

Zusammen mit Peter Stock, Bürgermeister Falk und 2. Vorsitzendem Jörg Behrend zeichnete Fleischmann zahlreiche Mitglieder für langjährige Vereinstreue oder Funktionärstätigkeit mit Urkunden und Ehrennadeln und wahlweise einer Vereinsuhr oder einem Sportparkgutschein aus. Mitglieder, die auch nach ihrer aktiven Zeit zum TuS stehen, seien letztlich das Rückgrat jedes Vereins. Ihre Erfahrung und Beständigkeit stärkten die Gemeinschaft.
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