"Mit Marihuana und Heroin ertappt" oder "Crystal Speed von jenseits der Grenze" - von solchen Schlagzeilen alarmiert, lud der Frauenbund zum Vortrag "Drogen: Gefahren erkennen! Rechtliche
Harter Stoff bei Schülern

Lokales
Hirschau
22.05.2015
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Konsequenzen in Schule und Beruf! " ein. Die Resonanz war allerdings nicht berauschend.

(u) Trotz der Werbung in der Schule waren nicht einmal zwei Dutzend Interessierte ins Pfarrheim gekommen, um sich über die brisante Problematik informieren zu lassen. Wolfgang Sennfelder. Präventionsexperte der Amberger Kriminalpolizei, beschäftigte sich ausführlich mit der Modedroge Crystal Speed. Sie habe inzwischen harte Substanzen wie LSD, Kokain oder Heroin verdrängt und stehe an erster Stelle der Beliebtheitsskala: "Es ist sehr gefährlich, haut am meisten rein und macht am schnellsten abhängig."

Meist aus Tschechien

Crystal bewirke, dass der Konsument ein übersteigertes Durchhaltevermögen entwickle. Darum sei es bereits in Form der "Wunderpille Pervitin" im Zweiten Weltkrieg Soldaten verabreicht worden. Fatal an Crystal sei, dass schon die erste Einnahme abhängig mache. Beschafft würde Speed vorrangig über die Vietnamesen-Märkte in Tschechien. Im Nachbarland ist laut Sennfelder der Besitz von zwei Gramm Speed erlaubt. Dies sei eine ganze Menge, wenn man wisse, dass eine Konsumeinheit 0,1 bis 0,2 Gramm betrage. Sennfelder schilderte auch die Auswirkungen von Liquid Ecstasy, besser bekannt als K.o.-Tropfen. Eine Überdosis könne tödlich sein. Immer beliebter würden auch angeblich harmlose Kräutermischungen. Sogar Badesalze und Pflanzendünger würden konsumiert.

Aufmerksame Eltern

Warnzeichen für einen Drogenkonsum seien ein plötzlicher Abfall der Schulleistungen, das Aufgeben oder der ständige Wechsel von Freundschaften, Isolation, Interessen- und Teilnahmslosigkeit, Abbruch der Schul- oder Berufsausbildung, Resignation und unerklärlicher ständiger Geldmangel. Ein Blick in die Schultasche, den Geldbeutel und auf den Bekanntenkreis könnte Aufschlüsse geben. Eltern sollten den Kontakt zu ihren Kindern halten und beobachten. Manche der Symptome könnten auch entwicklungsbedingt sein.

Sennfelder empfahl grundsätzlich, dass sich Eltern und Betroffene gegebenenfalls an einen Arzt oder an eine Beratungsstelle wenden. Die Auskünfte dort seien kostenlos. Die Stellen würden nicht mit der Polizei zusammenarbeiten. Es komme also nicht zu einer Strafverfolgung.
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