Obere Mühle hatte für Hirschau schon immer wichtige Bedeutung - Vorbildliche Privat-Sanierung ...
Beim Stadtbrand einst in brenzliger Rolle

Lokales
Hirschau
05.05.2015
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In Joseph Weinbergers Buch "Die Stadt Hirschau und ihre Bürger" ist nachzulesen, dass die Obere Mühle urkundlich erstmals 1466 erwähnt wird - dies lange Zeit ohne Namensnennung des jeweiligen Müllers. Das berichtete Stadtheimatpfleger Sepp Strobl bei der Einweihung des historischen Gebäudes nach dessen Sanierung.

200 Jahre älter als erwähnt

Nach seiner Anschauung kann man sicher davon ausgehen, dass die Mühle kurz nach der Besiedelung Hirschaus, also rund 200 Jahre früher, entstanden ist. Denn ohne sie hätte es kein Mehl und kein Brot gegeben. Von 1583 bis 1599 hatte die Mühle laut Strobl in Dorothea Pfanmüllner eine bekannte Persönlichkeit als Besitzerin. Zu verdanken hatte sie ihre Prominenz auch ihrem Schwager, dem damals berühmtesten Orgelbauer im süddeutschen Raum, Friedrich Pfanmüllner.

Er schuf unter anderem die Orgel in Eger und im Prager Veitsdom und wurde - obwohl todkrank - von Kaiser Ferdinand mit der Erneuerung des Instruments im Wiener Stefansdom beauftragt. Pfanmüllner wohnte im Hirschauer Stadtkern, in dem Areal, auf dem heute das Sparkassengebäude steht. Von 1725 bis 1843 waren die Müllermeister Sigert aus Schönlind in dem Anwesen, berichtete Strobl, als 1843 Gottfrid Sigert starb, erbten seine Witwe und seine Tochter Barbara den Besitz je zur Hälfte. Beide hätten das Haus 1860 an Joseph Fink übergeben - ab diesem Zeitpunkt waren die den heutigen Hirschauern noch bekannten Fink als Müller vor Ort. Wie Sepp Strobl darlegte, hatte der "obere Müller" im Brandfall den Wasserlauf zur Mühle im Stadtbereich durch einen Schieber so umstellen müssen, dass der Fluss in einem eigens angelegten Kanal durch die Straßen zum Brandort fließen konnte. Für diese Tätigkeit sei der Müller von den Übungen der Pflichtfeuerwehr befreit gewesen.

14 brennen lichterloh

Beim großen Stadtbrand 1909, bei dem 14 Häuser des unteren südlichen Marktplatzes abfackelten, sei dem Verantwortlichen vorgeworfen worden, er habe den Zulauf zu spät umgestellt, weil er noch "fertigmahlen" wollte. 1939 habe mit Sebastian Anton Fink letztmals ein Müller den Besitz übernommen. Als in den 60-iger Jahren das Mühlensterben begann, sei 1962 auch die Obere Mühle stillgelegt worden und aus dem Gebäude ein Wohnhaus geworden.
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