Profi-Winzer aus Mallorca war begeistert

Mit dem Refraktometer bestimmt Bauer den Zuckergehalt in den Weintrauben und weiß so, wann sie ausgereift sind.
Lokales
Hirschau
10.09.2015
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Biertrinker sind bei uns im Vorteil: freie Auswahl. Klar, bei so vielen heimischen Brauereien. Weintrinker sind da schlechter dran. Doch in Hirschau gibt es einen Hobbywinzer, der sogar einen eigenen Weinberg hat.

(lev) Unweit von Erwin Bauers Haus verläuft die Straße "Am Weinberg" - wie passend. Zwar ist es nicht urkundlich belegt, aber der Freizeitwinzer vermutet, dass vor langer Zeit hier einmal Wein angebaut wurde. Vielleicht ganz klein, so, wie er einmal angefangen hat. Schon immer war Bauer von den Weinbergen begeistert. Als ein Kamerad seines Vaters ihm einige Reben schenkte, da pflanzte er diese ohne lange zu überlegen um das Haus. Das war vor 35 Jahren.

Auch in Ehenfeld

Heute hat Erwin Bauer sein Hobby etwas ausgedehnt, er kümmert sich außerdem noch um einige Weinstöcke in Ehenfeld, auf einem Grundstück seines Bruders. Weitere befinden sich unweit seines Haus auf dem Gelände, das er von der Stadt Hirschau gekauft hat.


Ziemlich bald wurden die ersten Reben krank, erinnert sich Bauer. "Dann haben wir Kontakt zu der Rebschule Franken aufgenommen und sie gefragt, welche Sorten sich für unsere Region am besten eignen." Die Antwort: Jene, die früh reifen, sind für unser Klima optimal. So kaufte der Hirschauer zunächst einige Regent-Reben, etwas später legte er sich Phönix-Reben zu, um Weißwein produzieren zu können: "Das war eine Neuzüchtung, die gegen Mehltau resistent ist."

Sind die Reben angepflanzt, dauert es laut Bauer erst mal drei Jahre, bis sie ausgereifte Früchte tragen. Im Winter werden sie geschnitten. Erwin Bauer verwendet auf seinem Weinberg keinen Dünger, er bewässert ihn auch nicht. Gegen den Pilzbefall sprüht er Netzschwefel, der ungiftig sei. "Bei mir wird alles von Hand gemacht, ich habe keine Maschinen", betont der Hirschauer. Deshalb muss oft die ganze Familie mit anpacken: "Es ist mein Hobby, mit Anschluss der ganzen Familie. Meine Frau hat mich schon immer unterstützt, anders wäre das nie etwas geworden."

In der Regel werden die Trauben von Bauer um den 3. Oktober gelesen: "Das hängt vom Zuckergehalt ab. Oder man merkt, dass sie austrocknen, dann kommen sie runter." Heuer, glaubt Bauer, könnten die Trauben schon Ende September so weit sein. Er hofft auf eine gute Ernte, denn "sie sind jetzt schon sehr süß". In den vergangenen drei bis vier Jahren habe es nur gute Weine in Hirschau gegeben - je wärmer das Wetter, umso besser der Tropfen. Anhaltende Trockenheit mache der Rebe nichts aus: "Sie ist ein Tiefwurzler, sie holt sich ihr Wasser aus der Tiefe."



Den fertigen Wein verschenkt der Hobbywinzer an Verwandte und Freunde, auch zu jedem Straßenfest bringt er einige Flaschen mit. "Ich habe keinen Weinhandel", betont Bauer, "und es ist ein sehr kostspieliges Hobby." Konkurrenzfähig wären seine Produkte: Weinkenner und sogar ein professioneller Winzer aus Mallorca hätten die Qualität gelobt.
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