Reale Wünsche

Lokales
Hirschau
06.04.2015
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Bisher war Hirschau immer ein abgebender Schulstandort. Jetzt will die Stadt auch mal was zurückhaben. Zumindest ein Stück Realschule. Und die Schnaittenbacher sollen dabei helfen.

Ausgangspunkt war der Aufnahmestopp an der Amberger Schönwerth-Realschule für Fünftklässler aus neun Gemeinden des Landkreises. Die sollen stattdessen die Realschule in Sulzbach-Rosenberg besuchen, zu der es aber weniger gute Busverbindungen gibt.

24 haben den Schnitt

Der Schnaittenbacher Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (SPD) hatte daraufhin vorgeschlagen, dann doch lieber Klassen der Schönwerth-Realschule an die Hirschauer Schule auszulagern - hier stünden sechs leere Räume zur Verfügung - und sie mit Kindern aus dem nordöstlichen Landkreis zu bilden. Eventuell könne daraus sogar einmal eine eigene Realschule werden.

Von den Schülerzahlen her wäre im September eine Realschulklasse nur mit Kindern aus Hirschau und Schnaittenbach kein Problem, erläuterte der Hirschauer Rektor Hans Meindl am Mittwoch in der Sitzung des Stadtrats. In Hirschau erreichten 14 Schüler den erforderlichen Schnitt, in Schnaittenbach 10. Da seien diejenigen, die auch ans Gymnasium übertreten könnten, noch gar nicht berücksichtigt, ebenso wenig die Kinder, die nach der 5. Klasse noch wechseln wollten. "Eine ausgelagerte Klasse hier wäre zudem auch für Gebenbach, Freihung, Seugast, Großschönbrunn oder sogar Kohlberg - ist ja nur acht Kilometer entfernt - interessant", sagte Meindl.

Natürlich gebe es aus Realschulsicht das organisatorische Problem, dass dort die Fachlehrer oft wechselten. "Aber ein guter Organisator müsste das lösen können." In Murnau zumindest habe es funktioniert. Dort sei jetzt der Neubau einer Realschule eingeweiht worden, die 2011 als kleine Zweigstelle der Realschule Penzberg mit 54 Schülern begonnen habe. Murnau sei allerdings eine Stadt mit mehr als 10 000 Einwohnern. "Das bekommen wir mit unserem Einzugsgebiet auch zusammen", meinte Bürgermeister Hermann Falk. Im Stadtrat herrschte Einigkeit, sich fraktionsübergreifend mit aller Kraft für diese "einmalige Chance" (Günther Amann, SPD) einzusetzen. Zumal Hirschau schon Jahrzehnte für eine Kreiseinrichtung kämpfe, wie Dr. Hans-Jürgen Schönberger (CSU) ergänzte. "Es ist sinnvoller, wenn die Lehrer herfahren, als wenn die Schüler so weit fahren", fand Josef Birner (SPD). "Wenn unsere Schüler nach Sulzbach-Rosenberg müssen, stopfen wir sie in eine Schule, die eigentlich schon voll ist und zudem eine Generalsanierung vor sich hat", konnte Johann Erras-Dorfner (FW) der vom Landratsamt aufgezeigten Lösung nichts abgewinnen.

Erfreut über die Signale

Besonders freute man sich über Signale aus Schnaittenbach, dass die Nachbarstadt die Hirschauer Initiative unterstützen werde. Im nächsten Schritt möchte man mit Schnaittenbach ein "Aktionsbündnis" gründen, das aus zwei Vertretern pro Stadtratsfraktion besteht und die Angelegenheit weiterverfolgt. "Letzten Endes entscheiden die Eltern und die Schüler", sah Günther Amann gute Erfolgsaussichten. (Hintergrund)
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