Sage und schreibe 35 Planungsjahre und 15 Monate Bauzeit hat es gebraucht, um die
Doch keine unendliche Geschichte

Strahlende Gesichter gab es bei der offiziellen Freigabe der Kreisstraße AS 18 im Bereich des Friedhofs zwischen der Kreuzung Mühlstraße-Ehenfelder Straße-Hauptstraße-Kohlberger Straße und der Einmündung Koloniestraße (von links): Geschäftsführer Hubert Englhard, Diplom-Ingenieur Thomas Seuß, Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Hermann Falk, Diplom-Ingenieurin Claudia Scharnagl und Tiefbauamtsleiter Markus Simon. Bild: u
Lokales
Hirschau
10.10.2015
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Verkehrsverhältnisse und die Sicherheit der Kreisstraße AS 18 im Bereich des Hirschauer Friedhofs zu verbessern. Nun wurde die Trasse offiziell für den Verkehr freigegeben.

(u) Angesichts des langen Vorlaufs waren sich Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Hermann Falk und Diplom-Ingenieur Thomas Seuß in ihren Reden einig: "Was lange währt, wird endlich gut." Seuß brachte die nicht alltägliche Vorgeschichte auf den Punkt: "Das Projekt hat bis zu seiner Vollendung mit Willi Bösl, Helmut Rösch, Hans Drexler und Hermann Falk vier Bürgermeister, mit Dr. Hans Wagner, Armin Nentwig und Richard Reisinger drei Landräte und drei Generationen Planungsbüros beschäftigt."

Rund 1,8 Millionen Euro

Rund 400 Meter lang ist der sechs Meter breite Straßenabschnitt, der im Süden von der Kreuzung Mühlstraße-Kohlberger Straße-Ehenfelder Straße-Hauptstraße bis zur Einmündung Koloniestraße im Norden reicht. Der Landkreis musste dafür rund 1,15 Millionen Euro berappen, die Stadt Hirschau 650 000 Euro.

Landrat Reisinger zeigte sich erleichtert, dass der "gordische Knoten" nach so langer Zeit endlich durchschlagen werden konnte. Möglich geworden sei dies nicht zuletzt durch die Abtretungsbereitschaft eines Eigentümers, der 25 Quadratmeter hergab. Hauptproblem sei die Sanierung der maroden Friedhof-Stützmauer im Bereich der Vierzehnnothelferkirche gewesen. Durch deren Rückversetzung und Verankerung habe man im Engstellenbereich zusätzlichen Verkehrsraum gewonnen. Zu diesem Zweck seien die Zugangsportale zweier Felsenkeller nach hinten versetzt und neu gestaltet worden. Wichtig sei es auch gewesen, die Vier-Straßen-Kreuzung verkehrsgerecht auszubauen und in der Ehenfelder Straße mit einer Querungshilfe zu versehen.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Hirschau hätte nicht besser sein können. Diese habe im Kreuzungsbereich und entlang der Kreisstraße 1,50 Meter breite neue Gehwege errichtet, über eine Strecke von 500 Metern die Hauptwasserleitung erneuert und 15 neue Hausanschlussleitungen hergestellt. Außerdem wurde die Kanalleitung an vier Schadstellen ausgewechselt, über eine Länge von 450 Metern ein Kabelgraben für die Straßenbeleuchtung und über eine Strecke von 600 Metern ein Kabelkanal für die Breitbandtrasse hergestellt. Die Gesamtkosten der zuwendungsfähigen Bauabschnitte bezifferte der Landrat auf 1,5 Millionen Euro.

Auch Bürgermeister Falk betonte, dass es bei dem Projekt nicht damit getan gewesen sei, "einfach Asphalt oder Teer aufzuschütten und zu planieren". Planer wie bauausführende Firmen hätten ein enormes Arbeitsaufkommen zu bewältigen gehabt. Eine herausragende Leistung sei die Sanierung der Friedhof-Stützmauer mit dem Unterfangen der Vierzehnnothelferkirche und der Felsenkeller gewesen.

46 Stellplätze geschaffen

Dank des Zusammenwirkens von Landkreis, Stadt, Planungsbüros und Firmen "ist am Ortseingang ein "wunderbares Schmuckstück entstanden und eine große Engstelle beseitigt worden". Die Anlieger hätten die mit dem Bau verbundenen Behinderungen mit Geduld ertragen. Die Stadt habe die Baumaßnahme zudem genutzt, um eine neue Zufahrt zum Kellerweg und einen Parkplatz mit 46 Stellplätzen zu schaffen. Dafür habe man rund 550 000 Euro aufgewendet.

An markanter Stelle

Pfarrer Hans-Peter Bergmann verband den Segnungsakt mit dem Hinweis, dass die Ehenfelder Straße gleich zu Beginn seines Pfarrerdaseins vor zwölf Jahren zur seiner "persönlichen Hauptstraße" geworden sei. Zeitgleich mit seinem Dienstantritt seien die Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt und die Ehenfelder Pfarrei St. Michael zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst worden. Überhaupt gebe es in Hirschau keine ähnlich markante Stelle im Straßensystem wie die Straße, über der an der Westseite mit der Vierzehnnothelferkirche ein sakrales Kleinod stehe. An Bergmanns Anmerkung, dass die Straße auch zum Friedhof führe, knüpfte Pfarrer Roman Breitwieser an. Er meinte, dass Christen die Ehenfelder Straße fröhlich heraufziehen könnten, sei doch für sie "der Friedhof der Bahnhof zum Himmelreich".
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