Sehr angetan von der
In unwürdigem Zustand

In einem unansehnlichen Zustand befindet sich das denkmalgeschützte Pestmarterl an der Westseite der Ehenfelder Straße. Bild: u
Lokales
Hirschau
08.10.2015
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Grünflächengestaltung im Bereich der neuen Friedhofsparkplätze und des Abhanges unterhalb der Friedhofsmauer zeigten sich Bürgermeister Hermann Falk und die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion bei einem Ortstermin. Alles andere als erbaut waren die Teilnehmer aber über den Zustand des Pestmarterls.

(u) Lob ernteten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs für die Pflege des Grünstreifens zwischen der Kreisstraße AS 18 und dem Geh- und Radweg in Richtung Ehenfeld. Zum guten Gesamteindruck trage die schön gestaltete Ruhebank am Friedhofseingang bei, die zum Verweilen einlade.

Nach Auskunft von Bürgermeister Hermann Falk werde jetzt auch - wie von den CSUlern bereits im Vorjahr angeregt - die westliche Einfriedungsmauer des Friedhofs instandgesetzt und mit einem frischen Anstrich versehen. Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Jürgen Schönberger berichtete von den Klagen eines Anwohners, dass man aus der vertikal stehenden Garage am Kellerweg wegen der hohen Bordsteine schlecht aus- beziehungsweise zurückfahren könne. Man war der Meinung, dass ein Abschrägen vielleicht hilfreich sein könnte.

Parken nicht erlaubt

Wenig Verständnis hatte die CSU-Delegation für den Umstand, dass immer wieder Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge unmittelbar vor dem Friedhofseingang direkt an der Straße abstellen. Dort sei das Parken nicht gestattet, weil sich für den fließenden Verkehr äußerst gefährliche Situationen ergeben können.

Schließlich nahm die Gruppe das denkmalgeschützte Pestmarterl in Augenschein, das derzeit alles andere als in einem optimalen Zustand ist. Das Denkmal steht an der Westseite der Kreisstraße beim ersten Felsenkeller etwa 50 Meter vor dem Friedhof. Erbaut wurde der Kapellenbildstock in den Jahren 1633/34, als in Hirschau die Pest wütete.

Zur Erinnerung an Pest

Auf einer leicht versenkten Tafel unterhalb der gut zwei Meter hohen, mit einem ziegelgedeckten Satteldach versehenen Kapelle steht geschrieben: "Zur Erinnerung an die Pestjahre 1633 und 1634." Im Inneren der tiefen, vergitterten Halbbogennische befindet sich ein eisernes Kreuz mit dem Corpus Christi und der Inschrift: "Vor Pest, Hunger und Krieg verschone uns, oh Herr!" Mitte der 1930er-Jahre stand das Pestmarterln noch mitten auf einem freien Platz vor dem Unteren Stadttor, später am Ziegelhüttenplatz, bevor es im Zuge von Straßenbauarbeiten seinen gegenwärtigen Platz fand.

Die CSU-Fraktionsmitglieder waren sich mit Bürgermeister Falk einig, dass die Pestkapelle schnellstmöglich wieder in einen ansehnlichen und damit würdigen Zustand versetzt werden muss.
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