Singen besser als Botox

Der Multichor unter Leitung von Franz-Xaver Reinprecht (links) begeisterte seine Zuhörer bei einem Auftritt in der Hirschauer Kirche. Bild: kge
Lokales
Hirschau
23.04.2015
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Singen ist schön und macht schön. Die Lebensfreude ist den Sängern des Multichors der städtischen Musikschule Sulzbach-Rosenberg regelrecht ins Gesicht geschrieben, wie beim Auftritt in Hirschau zu sehen.

"Uns ist durchaus bewusst, dass wir uns in einer Kirche befinden. Deshalb haben wir auch unsere besonders bösen und spöttischen Lieder zu Hause gelassen." Mit diesen Worten begrüßte Franz-Xaver Reinprecht das Publikum zu dem zweistündigen Konzert des Multichors der städtischen Musikschule Sulzbach-Rosenberg.

In der Welt zu Hause

Dabei handelt es sich um ein gemischtes Ensemble aus allen erwachsenen Altersstufen. Dazu merkt der Leiter augenzwinkernd an: "Gehen sie in einen Chor! Auch wenn sie meinen, nicht singen zu können. Denn gemischt bedeutet, die einen können es ... Da bleibt man jung und gesund, wird schöner und findet vielleicht sogar den Partner fürs Leben." Aber vor allem erhält man viel Lebensfreude und den Eindruck, in der ganzen Welt zu Hause zu sein.

Tatsächlich führte den Zuhörer das musikalische Repertoire von Afrika nach Sibirien über Italien nach Schweden und von Deutschland nach Israel. Alle Lieder dieses Konzertes sind bewusst spirituell gewählt. Auch die afrikanischen Lieder, die eigentlich mit Rhythmusinstrumenten und Tanzen begleitet werden, haben aus Respekt vor dem Auftrittsort einzig die Gitarre des Chäffs - wie er liebevoll von seinen Vokalisten genannt wird - als Partner.

"Jeder Chor, der etwas auf sich hält, hat Gabriellas Song im Repertoire, und deshalb wir auch," bemerkte Reinprecht trocken. Dann sangen diese durchwegs geschulten Stimmen den Klassiker aus dem Film "Wie im Himmel" und jagten dem Zuhörer eine Gänsehaut über den Rücken. Und die hatte nichts mit der Temperatur im Gotteshaus, die den Graden in einem Kühlschrank nahe kam, zu tun. Das Repertoire beim Konzert war vielseitig und von einem Charme, den man einer Laiengruppe so nicht zutraut.

Alle Schranken fallen

Als dann am Ende nach den stehenden Ovationen des Publikums der Multichor noch zwei Zugaben gab, fielen alle Schranken, und die Akteure zeigten ihre Freude an einer mühelos wirkenden Choreographie. Das machte Lust auf den Besuch eines Konzerts in weltlichem Rahmen - mit allen auch unartigen Liedern, den humorigen Geschichten des Chorleiters und der ansteckenden Heiterkeit der Sänger.
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