Spaenle treffen statt aufgeben

Lokales
Hirschau
17.06.2015
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Eltern und Politiker in Hirschau und Schnaittenbach wollen sich nicht entmutigen lassen: Sie fordern weiter eine Realschule für Hirschau, auch wenn das Kultusministerium das zuletzt abgelehnt hat. Das sagten sie erneut deutlich bei einem Diskussionsabend mit den zwei Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (CSU) und Reinhold Strobl (SPD).

Unterstrichen wird ihr Bemühen durch fast 2000 Unterschriften, die bisher auf Unterstützerlisten gesammelt wurden. Positive Signale kommen nun auch aus dem Raum Kohlberg, wie am Montag im Hirschauer Sportpark deutlich wurde. Es wäre durchaus wünschenswert, in kleineren Einheiten zu unterrichten, stellte Schwartz angesichts der geforderten Klassengrößen fest. Nach seiner Ansicht muss man sich aber realistisch mit den ablehnenden Argumenten des Ministeriums auseinandersetzen, wonach die bisher geltenden Voraussetzungen für eine neue Realschule nicht vorlägen.

Abgeordnete erst konträr

Dennoch, so versicherte er nach Entgegnungen aus den Reihen der Besucher, werde er die Hirschauer Initiative vorbehaltlos unterstützen, auch wenn er die Erfolgsaussicht zum momentanen Zeitpunkt als "übersichtlich" einstufte. Reinhold Strobl bemühte die Landesstatistik, wonach es in Bayern rund 40 Realschulen gibt, die nur um die 300 Kinder haben. Seine Meinung: "Wenn's woanders geht, warum denn nicht auch bei uns?" In Schnaittenbach habe der Stadtrat ein neues Baugebiet für junge Familien ausgewiesen. Strobl fragte (sich): "Kommen die zu uns, wenn in Hirschau keine Realschule gebaut wird?" Nach seiner Kenntnis wäre auch Freihung am Bau in Hirschau interessiert. Entscheidend für das weitere Vorgehen ist für den SPD-Abgeordneten, wie lautstark sich die Eltern zu Wort melden.

Schnaittenbachs 3. Bürgermeister Manfred Schlosser appellierte an den Gemeinschaftssinn im Kaolinpott für die Realschule: "Wenn wir nicht davon überzeugt sind, wer dann?" fragte er und bekam postwendend Beifall aus dem Kreis der Besucher. Wie andere Diskussionsteilnehmer forderte er "Chancengleichheit" für das flache Land gegenüber den großen Städten. Auch Beate Dietrichs, Elternbeiratsvorsitzende der Hirschauer Schule, erinnerte Heimatminister Markus Söder an sein Versprechen, Regionen wie die im Kaolinpott zu stärken. An einer neuen Realschule könne man beispielsweise eine Sportförderklasse für Langlauf in Partnerschaft mit dem SC Monte Kaolino einrichten. Und wenn die Hirschauer Schule schon umgebaut werde muss, dann sei doch die Mitnutzung für eine Realschule unproblematisch. Nicht unberücksichtigt lassen dürfe man bei der Planung der Klassenstärke die Zahl der Gymnasiums-Rückkehrer. Eine weitere Wortmeldung lenkte die Aufmerksamkeit auch auf das Potenzial von "Auspendlern", die derzeit die Realschule Nabburg besuchten.

Einfach weiterkämpfen

Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Neukirchens Bürgermeister Wilfried Franz, rief die Bevölkerung und die Kommunalpolitik dazu auf, sich vom abschlägigen Schreiben aus dem Kultusministerium nicht irritieren zu lassen und parteiübergreifend das Anliegen weiterzuverfolgen. München könne die Gemeinsamkeit nicht übersehen, folgerte Stadtrat Günter Amann. Das erfordere eine offensive Vertretung gegenüber der Regierung. "Die Politik soll nicht sagen, dass es nicht geht, sondern uns sagen, wie es geht", war seine Meinung. Laut Schwartz kommt Kultusminister Ludwig Spaenle am 8. Juli zu einer Veranstaltung in die Region. Diese Gelegenheit sollte man nutzen, um mit ihm direkt zu sprechen.

Außenstelle als Kompromiss

Peter Dotzler, Fraktionschef der Freien Wähler im Kreistag, forderte von der Staatsregierung, der "ungleichen Entwicklung in Bayern entgegenzuwirken". Er empfahl, als Übergangslösung in Hirschau eine Außenstelle der Realschule Sulzbach-Rosenberg für fünfte und sechste Klassen zu prüfen, zumal dort größere Sanierungsarbeiten anstünden. In dieser Frage könne der Kreistag als Sachaufwandsträger entscheiden. Hirschau wäre so keine Konkurrenz zu Sulzbach-Rosenberg, eher ein ergänzendes Angebot im ländlichen Raum, ergänzte Amann.
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