SPD-Abgeordneter Martin Güll zu den Aussichten für eine Realschule in Hirschau
"Sie müssen dafür kämpfen"

Martin Güll (Zweiter von links) ordnete die Schritte auf einem erfolgversprechenden Weg zu einer Realschule in Hirschau. Von links: Reinhold Strobl, Bürgermeister Hermann Falk, Schulleiter Hans Meindl. Bild: Hartl
Lokales
Hirschau
19.10.2015
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Womöglich war es die Wiedergeburt der Initiative, die um eine eigene Realschule für den Raum Hirschau/Schnaittenbach kämpft. Jedenfalls zeigte der SPD-Bildungsexperte Martin Güll den Vertretern der beiden Stadträte am Freitagabend deutlich den Weg auf, der allein zu einer solchen Gründung führen kann: Einigkeit, harte Arbeit an den Argumenten, Klinkenputzen, zuverlässig geprüfte Statistiken der Schülerzahlen, selbst wenn es die nur gegen teures Geld gibt.

Von den Zahlen her sei das Unterfangen nicht aussichtslos, meinte Güll, der auf Einladung seines SPD-Landtagskollegen Reinhold Strobl in die Hirschauer Schule gekommen war. "Aber das wird Ihnen nicht in den Schoß fallen. Und Sie brauchen nicht glauben, dass jemand Ihnen die Arbeit macht." Die Reaktion aus den Reihen der Zuhörer war neben erkennbar gewachsener Zuversicht auch ein "Wir haben verstanden".

Ohne Einigkeit sinnlos

Die Entscheidung über die Etablierung einer Realschule fälle das Ministerium, klärte Güll die rund 20 Interessenten auf. Aber es gründe sie nicht selbst. Dafür müsse der Landkreis einen Antrag stellen. Für das Ministerium sei dabei die Einigkeit der kommunalen Familie fast ebenso ausschlaggebend wie die Frage, ob eine Neugründung von den Schülerzahlen her für die Zukunft trage. Eine ungefährdete Dreizügigkeit sei die beste Voraussetzung; eine lediglich zweizügige Realschule sei in seinem Heimatlandkreis Dachau als Kooperationsprojekt mit einer Mittelschule genehmigt worden. Dieses Modell werde aber weder im Ministerium noch bei den Realschulen gerngesehen. In diesem Fall habe es ein Elterninitiative geradezu erzwungen.

Als weitere Voraussetzungen nannte Güll eine Partner(real)schule, die bei der Auslagerung von Klassen mitspielt; Unterstützung vom Ministerialbeauftragten für die Realschule; eine Steuerungsgruppe, die sich des Themas mit Nachdruck annehme - "zehn oder 15 Leute, die Ahnung haben, genau wissen, was sie wollen, und das durchpeitschen". Eine ihrer wichtigsten Aufgaben sei, die Argumente der Gegner in Erfahrung zu bringen und sie zu widerlegen. Man müsse aufzeigen, warum der gesamte Landkreis von einer Realschule im Kaolinrevier profitiere. Güll empfahl: "Sammeln Sie Verbündete; Leute, die dafür und nicht dagegen sprechen."

Für Manfred Schlosser (Schnaittenbach) muss man noch einmal von unten anfangen, weil die Hoffnung auf die Hilfe von oben nicht funktioniert habe. "Und wir müssen den Leuten klar machen, dass wir noch nicht aufgegeben haben." Ohne langen Atem werde es nicht gehen, meinte Güll. "Wenn es Ihnen wichtig ist, müssen Sie dafür kämpfen."
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