Stadtrat möbliert die gute Stube

Lokales
Hirschau
06.12.2014
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Sitzbänke, Fahrradständer, Mülleimer: Die Hirschauer Stadträte sind dabei, die gute Stube einzurichten. Da ging es ihnen beim Marktplatz nicht viel anders wie vielen Privatleuten in den eigenen vier Wänden: Für was soll man sich entscheiden?

Knapp zwei Stunden dauerte es, die Ausstattung für den Marktplatz abzuhandeln und die Standorte für Bänke, Fahrradständer und Co. festzulegen. Bei manchen Vorschlägen von Landschaftsarchitekt Josef Garnhartner wollen die Stadträte erst einmal abwarten. Hirschau habe einen mittelalterlichen Marktplatz, keinen architektonischen Repräsentationsplatz, machte der Planer deutlich. Ergo sollte die Produktlinie eine gewisse Robustheit und Schlichtheit haben.

Die Variante aus Holz

Die Städträte folgten einmütig seiner Empfehlung, für die Sitzbänke Holz auf Metallunterkonstruktionen zu nehmen, wählten bei zwei Gegenstimmen die Modelle Wiesbaden und Görlitz aus. In die Design-Linie passen auch die Abfallbehälter, festzulegen ist lediglich noch, wie viele es mit und ohne Aschenbecher geben soll. Bei den Pollern fiel die Entscheidung zu Gunsten des Modells Atrium. Dieses gab es auch für die Fahrradständer. Eine Überdachung, wie sie Günther Amann (SPD) angeregt hatte, hielt Garnhartner im zentralen Bereich, also dem Marktplatz, für nicht geeignet. Überdachte Fahrradständer wären "hinter der Sparkasse" besser geeignet. Mit dem Modell Atrium waren alle einverstanden.

Noch weitere Vorschläge

Länger diskutierte das Gremium über den Schutz für die neu zu pflanzenden Bäume. Tobias Meindl (Freie Wähler) fand das vorgeschlagene Modell alles andere als elegant und favorisierte die Lösung wie für das untere Tor. Birner monierte, dass ihm die Alternativvorschläge fehlen, er hätte sich drei bis vier gewünscht.

Auch der Preis, rund 750 Euro, war einigen zu hoch, unter anderem Rudolf Wild (SPD), aber auch Peter Leitsoni (CSU), der sich für eine finanzverträgliche Lösung aussprach. "Einige Tausend Euro für Gitter für Bäume" seien zuviel. Eine Lösung wäre, so der Planer, Holzpflöcke zu nehmen und diese in einem Grauton - passend zur Design-Linie - einzufärben. Dem Vorschlag von Bürgermeister Hermann Falk, mehrere Varianten anzuschauen, stimmten alle zu.

Genauso wenig wurde am Mittwochabend über das mobile Grün, sprich Pflanztröge, entschieden. Garnhartner regte an, der Gastronomie Empfehlungen für das Design zu geben. Eine andere Möglichkeit wäre, die Stadt halte die Töpfe vor und verleihe sie gegen Gebühr. "So hat die Stadt ein schönes, einheitliches Bild." CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Jürgen Schönberger regte an, sich vor einer Entscheidung mit den Gastronomen zusammenzusetzen. Sein SPD-Kollege ergänzte, dass dies jetzt schon geschehen sollte, "in fünf Monaten kommt das Frühjahr".

Günther Schuster, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, sprach sich dagegen aus, zu viel vorzuschreiben. Es sollte nicht zu einheitlich werden, argumentierte er. Wenn die Wirte die Tröge und Töpfe selber kaufen, "müssen sie auch ein gehöriges Mitspracherecht haben". Falk kündigte an, dass die Verwaltung die Gastronomie informieren werde.

Gegen Trinkbrunnen hatten die Stadträte überhaupt nichts einzuwenden, jedoch fanden sie, dass einer oder höchstens zwei ausreichend seien. "Von der Raiffeisenbank bis zur Sparkasse braucht man zwei Minuten, da wird man nicht gleich vor Durst sterben", argumentierte Stefan Bauer (SPD) und schlug als Standort das Rathaus vor. Dort soll im übrigen auch der Briefkasten wieder seinen Platz finden. Als es darum ging, die Standorte festzulegen, war einiges, was der Planer vorschlug, den Stadträten zuviel des Guten. Zum Beispiel die Anzahl der Fahrradständer oder der Sitzbänke. Da wurde argumentiert, dass es in Hirschau gar nicht so viel Räder gibt, wie Fahrradständer vorgesehen seien, und bei der Anzahl von Bänken sich das Sitzverhalten der Bürger sehr ändern müsste.

Erst mal wirken lassen

"Lasst's uns nicht zuviel auf einmal einrichten. Wir sollten das erst mal wirken lassen und schauen, was wir noch brauchen", schlug Tobias Meindl (Freie Wähler) vor. Selbst für die über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Hirschauer Stückln ist noch Platz im Gesamtkonzept - sie werden als "verschobenes Rathaus" und "Jacke" zur Geltung kommen.
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