Stückl-Premiere heute um 20.30 Uhr im Schlosshof
Glockenkrieg beginnt

Glockenkrieg herrscht zwischen dem Schnaittenbacher Bürgermeister Simon Rosskopf (Roland Fritsch, hinten, Zweiter von links) und seinen Magistern samt Ehefrauen (alle hintere Reihe) sowie dem Hirschauer Bürgermeister Sebastian Hitzinger (Dieter Held, vorn, Vierter von rechts) und dessen Stadträten samt Gemahlinnen (alle vordere Reihe). Regisseurin Verena Bauer (vorn rechts) sorgt dafür, dass der Konflikt friedlich gelöst wird. Bild: u
Lokales
Hirschau
17.07.2015
8
0
Heute heißt es um 20.30 Uhr im Schlosshof Bühne frei zur Festspielpremiere 2015. Der Glockenkrieg zwischen Hirschau und Schnaittenbach ist nicht mehr zu verhindern! Zum sechsten Mal seit 2005 ist Hirschau Festspielstadt.

Die ersten fünf Stückln spielten ausschließlich in Hirschau. Diesmal gerät auch Nachbar Schnaittenbach ins Visier. Die Rivalität zwischen den Kaolinstädten besteht wohl so lang wie die Orte selbst. Die Älteren können sich noch gut daran erinnern, dass es bei den Fußball-Lokalderbys zwischen dem TuS Hirschau und dem TuS Schnaittenbach sehr robust zur Sache ging. Und auch auf den Zuschauerrängen lieferte man sich manchen Zweikampf.

Diese Rivalität hatte der Festspielvereinsvorsitzende Hans Drexler im Hinterkopf, als er das Volksstück von Johann Lippl "Der Glockenkrieg" als Grundlage auswählte. Unter der Regie von Verena Bauer wurde das Schelmenstück, das in der Biedermeierzeit spielt, auf die rivalisierenden Städte zugeschnitten. Mit dem "Verziehen einer sauren Wiese mit Pflöcken und Seil" und dem "Versenken der Glocken im Mossweiher mit Markieren der Kerbe am Bootsrand" sind unter anderem zwei Hirschauer Stückln eingearbeitet.

Zur Handlung: Im Hirschauer Kirchturm hängen die größeren Glocken. Die Schnaittenbacher bilden sich ein, dass dadurch Unwetter auf ihre Felder und Wiesen niedergehen, weil ihr windiges Geläut gegen das große der Hirschauer nicht ankommt. Deshalb bricht zwischen den Orten der Glockenkrieg aus. Allerdings schert sich die Jugend beider Städte herzlich wenig um den Streit der Altvorderen. Über die Grenze, die der Ehenbach bildet, werden längst künftige Ehebande geknüpft. Darüber hinaus bringt ein schon lange dauernder Prozess wegen eines Waldstücks, der endgültig verloren ist, die Schnaittenbacher Stadträte in Rage. Sie reißen in einer Nacht- und Nebelaktion die Brücke über den Ehenbach ab - die Verbindung zwischen den beiden Städten. Am nächsten Tag wird die Fronleichnamsprozession der Hirschauer an dieser Stelle empfindlich gestört. Gestört werden aber auch die Heiratsabsichten junger Hirschauer Burschen und fescher Schnaittenbacher Mädchen durch ein vom Stadtrat beschlossenes Verbot.

Die Besucher dürfen sich also auf eine liebevolle Komödie mit rund 70 Darstellern freuen. Eintrittskarten sind noch an der Abendkasse zu haben. Dies gilt auch für die anderen sieben Aufführungen. Die nächste findet am Mittwoch, 22. Juli, um 20.30 Uhr statt. Einlass ist jeweils ab 18.30 Uhr. Für die Bewirtung steht ein Zelt bereit.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.