Trotz Fernseher, Video- und Computerspielen ist es auch im Jahr 2014 noch möglich, Kinder für biblische Geschichten zu interessieren, ja sie dafür zu begeistern. Wer Zweifel daran hatte - die Kinderbibelwoche der katholischen Seelsorgeeinheit Hirschau-Ehenfeld belehrte ihn eines Besseren.
Allein kommst Du nicht weiter

"Jona, allein kommst Du nicht weiter" lautete das Motto der Kinderbibelwoche. Beim szenischen Spiel geriet Jona (Bürgermeister Hermann Falk, rechts) in Seenot. Mit im Bild Susanne Kummer als Kapitän sowie Tanja Rosensprung und Franziska Paulus als Matrosen (von links). Bild: u
Lokales
Hirschau
06.11.2014
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(u) 92 Grundschüler, 26 davon aus Ehenfeld, opferten drei Nachmittage und beschäftigten sich auf vielfältige Art und Weise mit der alttestamentlichen Figur der Propheten Jona. "Jona - allein kommst Du nicht weiter!" lautete nämlich das Motto der Bibelwoche, für die Gemeindereferentin Sonja Finsterer verantwortlich zeichnete. Unterstützt wurde sie dabei von einem 17-köpfigen Organisationsteam.

Alles drehte sich um Jona, der sich zunächst gegen Gottes Auftrag wehrt, der heidnischen Stadt Ninive das Gericht Gottes anzukündigen. Auf seiner Flucht gerät er in Seenot, wird über Bord geworfen und landet im Bauch eines Walfisches. Dort fängt er an, Gott zu loben. Schließlich geht er doch nach Ninive und erlebt zu seinem anfänglichen Verdruss, dass Gott der Stadt gnädig ist.

Die erwartungsfrohe Stimmung der Kinder offenbarte schon das Auftaktlied, das sie - am Keyboard begleitet von Iryna Herrmann - lautstark anstimmten: "Wir dürfen von Herzen uns freun. Gott sagt ja zu dir! Gott sagt ja zu mir! Gott ist für uns da!" Dann ging es im szenischen Spiel mitten hinein in die Geschichte des Jona, dargestellt von Bürgermeister Hermann Falk. Er vermittelte seinem jungen Publikum anschaulich die unterschiedlichen Gefühlsregungen, die Jona erfassten. Seine Angst wurde genauso deutlich wie sein Ärger oder seine Wut.

Gerade diese Gefühle, ihre Ursachen und die Konsequenzen arbeiteten die Teilnehmer in Gesprächsrunden auf. Den Kindern wurde deutlich, dass es keineswegs sündhaft, sondern zutiefst menschlich ist, wenn man einmal wütend wird. Wichtig sei jedoch, dass man in und mit seiner Wut niemanden verletze - auch nicht verbal. Ebenso deutlich wurde, dass man mit Gott reden kann, wenn man Angst hat.

Natürlich blieb es nicht bei reinen Gesprächsrunden. Es wurde gebetet, gespielt, gesungen, gegessen und schließlich auch ein Mutmach-Kissen gebastelt, auf dem Jona-Motive zu sehen waren. Aus vielen Kinderkehlen erscholl immer wieder der Ruf: "Jona, was soll denn das? Du machst mir Spaß! Allein kommst Du nicht weiter, das weiß doch jedes Kind, denn Gott ist Dein Begleiter und er ist da, wo Menschen sind." Ein Wortgottesdienst in der Pfarrkirche beschloss die Bibeltage.
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