Unter Strom zu Patienten

Lokales
Hirschau
17.04.2015
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Auf dem Pflegesektor hat die Caritas-Sozialstation seit jeher eine Vorreiterrolle. Nun ist sie auch auf ökologischem Gebiet Vorbild. Drei ihrer insgesamt 35 Dienstautos fahren mit regenerativem Solarstrom emissionsfrei und lärmarm zu den Patienten.

Mehr als angetan von der Entscheidung des Stationsgeschäftsführers Richard Sellmeyer, für die Fahrzeugflotte E-Autos anzuschaffen, zeigten sich die "E-Auto-Missionare" Karl Müller und Ekkehard Brühschwein vom ZEN in Ensdorf bei ihrem Besuch in Hirschau. Dort präsentierte ihnen Sellmeyer die beiden Renault ZOE und den Nissan LEAF an der Ladestation unter den Carports an der Marienstraße. Auf deren Dächern und am Dach des Stationsgebäudes werden zur Zeit etwa 57 kWp an "himmlischer Energie" empfangen - weit mehr als die drei Fahrzeuge augenblicklich benötigen.

Sellmeyer bekannte, dass seine eigenen Erfahrungen und die positiven Aussagen seines Personals über das erste E-Auto und über die nachhaltige emissionsfreie Fortbewegung für ihn Schlüsselerlebnisse gewesen seien. Sie hätten den Ausschlag für den Kauf der weiteren Fahrzeuge gegeben. Die Anschaffung des ersten E-Autos hatte man maßgeblich Karl Müller und Ekkehard Brühschwein zu verdanken. Letzterer war 2013 von Nissan Deutschland zum "Botschafter der E-Mobilität" erkoren worden. Für ihn bedeutete das, dass er zum Preis von 199 Euro/Monat für drei Jahre einen Nissan Leaf leasen hätte können. Da er sich privat bereits für einen Renault ZOE entschieden hatte, gelang es ihm, das Fahrzeug zu den gleichen Konditionen an das Zentrum für erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit (ZEN) im Kloster Ensdorf zu vermitteln.

Vorstände überzeugt

Die im täglichen Betrieb gemachten Erfahrungen motivierten ZEN-Vorsitzenden Müller und Geschäftsführer Gerhard Kopf, die Vorstände der vier regionalen Raiffeisenbanken des Landkreises davon zu überzeugen, jeweils ein E-Auto für die im Einzugsbereich ihrer Bank tätige Sozialstation zu sponsern.

Sellmeyer erläuterte, dass der Kaufpreis für diese Fahrzeuge mittlerweile weniger als 20 000 Euro betrage. Die drei E-Autos würden auf sechs Touren - je drei früh und spät - eingesetzt. Die monatliche Fahrleistung betrage je 1500 Kilometer. Die E-Autos ersparten der Station etwa 5000 Euro Benzinkosten. Mit einer Aufladung könne jedes der Fahrzeuge etwa 130 Kilometer zurücklegen.

Knapp 50 000 Euro

Brühschwein hatte die 2014er Daten der Stationsfahrzeuge analysiert und festgestellt, dass (mit einer Ausnahme) alle im Schnitt weniger als 100 Kilometer pro Tag absolviert haben. Das bedeute, dass für alle die Batteriekapazität ausgereicht hätte.

Nach seiner Berechnung habe die Station in 2014 bei insgesamt 599 923 gefahrenen Kilometern etwa 49 500 Euro für Treibstoff ausgegeben. Der größte Teil sei aus der Region abgeflossen. Wären alle Stationsfahrzeuge schon E-Autos gewesen, hätte man rund 73 Prozent der Treibstoffkosten einsparen können.
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