Unterlagen über Vorfahren: Für Viertklässler Johannes ein besonderes Erlebnis
Familiengeschichte im Archiv

Die vierte Klasse der Grundschule Hirschau ließ sich beim Besuch im Archiv der Stadt Hirschau von Stadtheimatpfleger Sepp Strobl einiges erklären. Bild: schß
Lokales
Hirschau
07.12.2015
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(schß) "Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Wissen ist so nah!": Die vierte Jahrgangsstufe der Grundschule Hirschau mit ihrem Klassenleiter Josef Schmaußer nutzte die günstige Gelegenheit vor Ort und ließ sich von Stadtheimatpfleger Sepp Strobl, der zugleich der Haus-meister der Grund- und Mittelschule ist, Einblicke in das Archiv der Stadt Hirschau geben. Dieses Archiv befindet sich in einem ehemaligen Klassenzimmer des Heimatpflegers.

Schriftstück von 1894

Die Kinder hatten im Unterricht schon verschiedene Geschichts- und Schriftquellen kennengelernt. Wo kann man noch mehr über die Geschichte der Stadt und vielleicht seine eigene Familiengeschichte erfahren? Der Stadtheimatpfleger zeigte einige Beispiele. Für Johannes war das Eintauchen in das 19. Jahrhundert besonders interessant. Strobl konnte von dessen Urururgroßvater, dem Müllermeister und Bürgermeister der Stadt Hirschau, ein Schriftstück von 1894 vorlegen.

Dieser Jakob Riß wurde bei einer Ersatzwahl für Andreas Hilpert im Wahlkreis Amberg als Mitglied der Zentrumspartei ab 1893 sogar als Reichstagsabgeordneter der Region nach Berlin gewählt. Jakob Riß fungierte von 1892 bis 1900 als Bürgermeister der Stadt Hirschau. Sein Sohn Ernst bekleidete dieses Amt von 1913 bis 1933. "Neidisch" belagerten die Mädchen und Buben den Heimatexperten und drängten ihn, auch von ihren Vorfahren "ein seltenes Stück aus den Berg von Unterlagen herauszufischen.

Sepp Strobl zeigte diverse alte Urkunden mit verschiedenen Schriften, die nur noch Experten lesen können. Dies veranlasste einen Schüler zu der Frage, ob sich unsere Schrift in Zukunft wieder ändern könnte. Darauf entgegnete Strobl: "Experten glauben, dass die Schreibschrift vielleicht eines Tages verschwinden könnte, da die jungen Leute mit den modernen Medien und dem Drücken von Tasten im privaten Bereich kaum mehr handschriftlich schreiben."

In Sütterlin-Schrift

Zum Abschluss bekam jeder ein Exemplar mit dem Abdruck der Buchstaben der Sütterlin-Handschrift. Zumindest der eigene Name sollte mit der bis vor 55 Jahren an den Schulen noch gelehrten ehemaligen Schrift noch geschafft werden.
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