Voller jugendlicher Dynamik

Beim Jugendchor des Fränkischen Sängerbundes boten auch die Instrumentalsolisten glänzende Leistungen. Vorne von links: Felix Hirn (Akkordeon), Andreas Feyrer (Klavier), Lisa-Marie Holzschuh (Querflöte) und Anna Lottner (Klarinette). Bild: u
Lokales
Hirschau
28.11.2015
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Ein musikalisches Erlebnis vom Feinsten bescherte der Jugendchor des Fränkischen Sängerbundes den gut 200 Besuchern, die zum Konzert in die Stadtpfarrkirche gekommen waren.

Gute 75 Minuten lang bot das Ensemble ein abwechslungsreiches Programm, das von Stücken aus der Barockzeit bis hin zu Gospels und Spirituals der Moderne reichte. Unter Leitung des Chorgründers Karl-Heinz Malzer bzw. seiner Tochter Michaela Treese bot der Chor sein Repertoire ebenso frisch wie professionell dar und überzeugte durch eine enorme Bandbreite an Dynamik und Ausdrucksfähigkeit.

Seit 1982 treffen sich Jugendliche aus der nördlichen Oberpfalz und Franken zum Jugendchor zu Probenwochen oder -wochenenden. Dieses Mal übten rund 40 Jugendliche im Amberger Max-Reger-Gymnasium und der Hirschauer Schule. Die heterogene Struktur des Chores äußert sich in der musikalischen Vielfalt. Das Band ist die Liebe zur Musik, und genau die versprühten die Jugendlichen.

Vier- bis achtstimmig

Schon beim Einzug mit dem argentinischen "Santo Santo" imponierte der Chor mit seinem ausgewogenen Gesamtklang. Dirigiert von Karl-Heinz Malzer folgten anspruchsvolle Vokalwerke der Barockzeit für vier- bis achtstimmigen Chor. Diese Stücke interpretierte der Chor in sauberer Intonation. Die Koloraturen, die sich durch alle Stimmen zogen, gelangen klar und deutlich.

Im zweiten Block mit romantischen Chorwerken übernahm Michaela Treese den Dirigentenstab. Zwischen den Chorblöcken glänzten mit Lisa-Marie Holzschuh (Querflöte) und Anna Lottner (Klarinette) - von Andreas Feyrer am Klavier begleitet - Instrumentalsolisten aus den Reihen des Chores. Holzschuh und Feyrer präsentierten das "Andante Cantabile" aus der 4. Orgelsymphonie von Charles-Marie Widor. Das eingängige und oft wiederholte Thema wurde von der Flötistin abwechslungsreich gestaltet. Mit ihren warmen und vollen Flötentönen verzauberte sie die Zuhörer.

Anna Lottner demonstrierte bei einer Ballade von Niels Wilhelm Gade die große Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten ihrer Klarinette. Eine Überraschung für das Publikum war Felix Hirn mit seinem klassischen Akkordeon. Mit einer Pastorale zeigte er, welche vielseitigen Klangfarben aus dem Instrument herauszuholen sind. Im dritten Block gab es Werke zeitgenössischer Komponisten. Dazu gehörte ein eindrucksvolles Ave Maria von Jaakko Mäntiyärvi. Über den Bourdon-Quinten der Bass-Stimmen beteten die Frauenstimmen - den lateinischen Text des Ave Maria überlagernd -, während die Tenöre darüber eine Choralmelodie intonierten. Ebenso hervorragend gelang das "Tristis est anima mea" von György Deák-Bardos. Das von seinem Grundgehalt her ernste Stück, das sowohl dynamisch als auch im Tonumfang an extreme Grenzen stößt, beherrschte der Chor meisterhaft.

Alle begeistert

Im vierten Block waren Gospels und Spirituals zu hören, darunter "Ride on King Jesus", "I want to go to heaven" und "Home on that rock". Den Mitwirkenden war die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Sie hatten den frenetisch applaudierenden Zuhörern ein unvergessliches Konzert beschert.
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