Weniger nach Amberg zahlen

Lokales
Hirschau
14.04.2015
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Zwei Wohltaten hat die SPD für die Kommunen im Landkreis im Sinn: Die Senkung der Umlage an den Landkreis und einen neuen Realschulstandort. Darüber diskutierten die Kreisräte in Hirschau.

Die SPD im Kreistag will die Städte und Gemeinden entlasten. Für eine Senkung der Kreisumlage im Haushalt 2015 sprach sich die Fraktion bei einer Sitzung im Schlosstreff Hirschau aus. "Das Ergebnis 2014 und die Rücklagen erlauben es", sagte Kreis- und Bezirksrat Richard Gaßner (Kümmersbruck) laut Pressemitteilung. "Wir gehen mit dieser Forderung in die Haushaltsberatungen", erklärte Fraktionsvorsitzender Winfried Franz (Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg).

"Voraussetzungen ideal"

Als Gäste wohnten der Sitzung auch die Hirschauer Stadträte Josef Birner, Günther Amann und Karin Waldhauser bei. Sie sprachen die Schulsituation in den Kaolinstädten an. Mit Nachdruck baten 2. Bürgermeister Josef Birner und SPD-Vorsitzender Günther Amann die SPD-Kreisräte die Idee eines Realschulzweiges in Hirschau zu unterstützen. "Wohin sollen die Eltern aus dem Kaolinbecken ihre Kinder schicken, nachdem die Realschule Amberg die Aufnahme im nächsten Schuljahr verweigert?", wollte Birner wissen. Mit Recht verlangten die Eltern auch von der Landkreispolitik eine passende Antwort.

In Hirschau seien die Voraussetzungen nahezu ideal. An der Grund- und Mittelschule stünden mehrere Klassenzimmer leer, die Funktionsräume könnten von den Realschülern mitgenutzt werden, die Schulleitung in Person von Rektor Hans Meindl stehe einer solchen Lösung aufgeschlossen gegenüber und der Stadtrat habe bereits einen positiven Grundsatzbeschluss gefasst.

In Form einer Unterschriftensammlung müssten nun Eltern und Bürger zeitnah in die Meinungsbildung mit einbezogen werden. "Tausend Unterschriften für eine Realschule in Hirschau" nannte Amann als Vorgabe für die östlichen Landkreisgemeinden. Er zeigte sich sicher, dass alle örtlichen Parteien zur Erreichung dieses Ziels zusammenarbeiten würden.

Josef Birner betonte, dass Hirschau und Schnaittenbach rein abgebende Schulen seien. Rund 350 Schüler aus dem östlichen Landkreis besuchten die umliegenden Realschulen, teilweise auch im Nachbarlandkreis Schwandorf. Angesichts übervoller Realschulstandorte sei die Zeit reif für neue Lösungen. Eine wohnortnahe Realschule in Hirschau würde die Fahrzeiten erheblich verkürzen, die Attraktivität der Anwohnergemeinden deutlich erhöhen. Birner erinnerte daran, dass Hirschau seit Jahren eine Spitzenposition bei der Kreisumlage und damit bei der Sicherung der Landkreisfinanzen einnehme. "Es wäre schön, wenn davon nun etwas in unsere Heimatstadt zurückfließen würde." Michael Rischke (Ursensollen) meinte, dass man sich den Veränderungen anpassen sollte.

Radweg auf der Agenda

Kreisrat und Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl (Schnaittenbach) sprach die Radwegeverbindung von Hirschau nach Amberg an. Er sagte, er freue sich darüber, dass es hier in absehbarer Zeit wohl auch eine Verbesserung geben werde. Johanna Erras-Dorfner hatte die Fraktion in den Räumen des neuen Schlosstreffs begrüßt und kurz das Konzept der Einrichtung erläutert. Die zunehmende Vereinsamung, besonders der älteren Mitbürger, sei eine große Herausforderung auch in Hirschau. Das gemütliche Bistro-Café solle ein Treffpunkt für alle sein, diesbezüglich anzusetzen und etwas zu bewegen.
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