"Wenn ein Unternehmen nichts bieten kann, sind die jungen Leute weg. Bei der Zukunftsfähigkeit der Betriebe ist nicht die Anzahl der Köpfe entscheidend, sondern der Inhalt im Kopf", erklärte Bezirksleiter Hartmuth Baumann bei der Mitgliederversammlung der Industriegewerkschaft
Kaolin-Absatz passt schon

Lokales
Hirschau
31.10.2015
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Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

(bij) Bei der Zusammenkunft im Rittersaal des Schloss-Hotels in Hirschau widmete sich Baumann der Frage, wie junge Fachkräfte zu halten und zu entwickeln sind. Hier seien die Unternehmensleitungen gefragt, meinte er.

Als gelungen bezeichnete Baumann den Tarifabschluss für die Kaolinbeschäftigten. Bei den Verhandlungen habe die IG BCE eine Tariferhöhung von 2,3 Prozent sowie Verbesserungen beim zusätzlichen Urlaubsgeld und bei den vermögenswirksamen Leistungen für Azubis durchsetzen können. Angesichts der aktuellen Inflation bedeute dies eine echte Kaufkrafterhöhung für die Beschäftigten im Kaolinbecken.

In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Ortsgruppenvorsitzender Josef Birner an die zahlreichen Aktivitäten in den vergangenen Monaten. Zum 125-jährigen Bestehen der Gewerkschaft habe man an den Feierlichkeiten des Landesbezirks in Bad Gögging sowie am großen Familienfest in Essen teilgenommen. Außerdem erwähnte er Mitglieder-Schulungen, Ehrungen, Ausflüge und gesellschaftliche Veranstaltungen.

Hilfe bei rechtlichen Fragen

Die Bandbreite der Aktivitäten reiche vom Grillfest für Auszubildende über die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen bis zum Gratulieren bei runden Geburtstagen. Selbstverständlich biete die Gewerkschaft auch Beratungen und Hilfe bei allen Fragen im Arbeits- und Sozialrecht an. Kassier Josef Biller verwies in seinem Rechenschaftsbericht auf eine seit Jahren stabile Kassenlage. Die Ausgabenseite habe trotz der zahlreichen Veranstaltungen zu keinem Zeitpunkt über der Einnahmenseite gelegen.

Als nicht gerade einfach, aber trotzdem zufriedenstellend, bezeichneten Betriebsratsvorsitzender Georg Grosser von der Firma Dorfner und der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von AKW-Kick, Christian Hartmann, die aktuelle Absatzlage für die Kaolinindustrie. Bei einem größeren Abnehmer falle nach einem Brand für mehrere Monate eine Papiermaschiene aus. Dies habe Auswirkungen auf die Absatzmenge. Beide Kaolinbetriebe könnten mehrere tausend Tonnen bis Jahresende weniger an diesen Kunden liefern. Man hoffe darauf, dass sich dies Anfang 2016 wieder ändert. Die beiden befürchteten, dass die VW-Krise nach dem Abgas-Skandal nicht spurlos an den Kaolinbetrieben vorübergehen werde. "Gibt es Einbußen auf dem Auto-Markt, spürt das auch die Kunststoffindustrie, die wiederum Kunde der Kaolinhersteller ist", sagte Grosser. Trotzdem blicke man mit Zuversicht in die Zukunft.

Flüchtlinge integrieren

Als beispielgebend bezeichnete Bezirksleiter Hartmuth Baumann die hervorragende Integration eines jungen Flüchtlings aus Somalia als Auszubildender bei AKW-Kick. Das Flüchtlings-Thema bewege die Gewerkschaften. "Viele werden bleiben und benötigen Wohnraum und Arbeit", verdeutlichte Baumann. Um die Integration der zahlreichen Flüchtlinge und deren Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu sichern, müsse die Bundesregierung endlich ein schlüssiges Konzept vorlegen und umsetzen.
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