Wohnhaus-Neubau in Krickelsdorf im Stadtrat umstritten
"Mir ist es zu groß"

Wo jetzt rechts der Schuppen steht, möchte ein Krickelsdorfer ein Zweifamilienwohnhaus errichten. Unklar ist, ob der Abstand zur denkmalgeschützten Kapelle ausreicht. Bild: Huber
Lokales
Hirschau
04.04.2015
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"Bauchgrimmen" bereitete eine Bauvoranfrage aus Krickelsdorf dem SPD-Stadtrat Günther Amann: "Das geht über das hinaus, was dem Ortsbild zuzumuten ist." Noch deutlicher wurde Josef Birner (SPD) bei dem geplanten Zweifamilienhaus mit einer Firsthöhe von 12,60 Meter: "Mir ist es zu groß."

Bauamtsleiter Martin Beck erläuterte zu der Bauvoranfrage eines Krickelsdorfers, ein landwirtschaftliches Nebengebäude solle abgerissen werden, um für das neue Haus Platz zu schaffen. Problematisch dabei: der Abstand zur denkmalgeschützten Dorfkapelle Hl. Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1801 (etwa 15 Meter) sowie die gelegentlichen Überschwemmungen an dieser Stelle. Ausgelöst durch die Kritik an einer Windkraft-Planung bei Burgstall ohne Einbeziehung der Anwohner wollte der Stadtrat bei solchen Bauangelegenheiten immer die Meinung der im Ort Lebenden einholen. Doch der Krickelsdorfer Ortssprecher legte sich bei diesem Vorhaben weder in die eine noch in die andere Richtung fest, wie Martin Beck ein Gespräch zusammenfasste. Auch die Stadträte hielten eine eindeutige Entscheidung bereits in diesem Stadium des Bauvorhabens für nicht ratsam. "Wir haben gar nicht das Recht, das abzulehnen", meinte Johann Erras-Dorfner (FW) angesichts fehlender rechtlicher Vorgaben. Wenn man aber jetzt zustimme, könne man zwar darauf hoffen, dass Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt Änderungen an dem Vorhaben erzwängen, "aber wenn es als Bauplan unverändert zurückkommt, können wir es nicht mehr ablehnen", gab Josef Luber (CSU) zu bedenken. Vergleichbare Häuser seien in Krickelsdorf schon genehmigt worden, bemerkte Rudolf Wild (SPD).

Der Ausweg sieht so aus, dass der Stadtrat das gemeindliche Einvernehmen erst einmal nicht gab. Stattdessen soll mit dem Bauwilligen und den Fachstellen (Denkmalschutz, Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt) gesprochen werden, um deren Einschätzung zu erfahren. Das gebe dem Bauherrn auch die Zeit, die Unterschriften der Nachbarn einzuholen.
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