"Zahlreiche Besucher konnten beim Tag der offenen Gartentür feststellen, dass Kleingärten auch schön sind", blickte Bürgermeister Hermann Falk auf dieses Großereignis im Vereinsleben des Kleingartenvereins Hirschau zurück. Bei ihrer Jahreshauptversammlung ehrten die Gartenfreunde einige Mitglieder.
Klimawandel schlägt zu

Bereits seit 55 Jahren gehört Barbara Ackermann (Zweite von links) zu den Hirschauer Kleingärtnern. 30 Jahre ist Friedericke Oschmann dabei. Vorsitzende Maria Lang (rechts) und Stellvertreter Albert Sterk (links) überbrachten den Dank des Vereins. Bild: ag
Lokales
Hirschau
26.11.2015
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(ag) Bei der Zusammenkunft im Rittersaal des Schlosshotels bedankte sich Falk stellvertretend für alle Helfer bei der Vorsitzenden Maria Lang für die perfekte Organisation und den reibungslosen Ablauf.

Auch Lang ging in ihrem Rechenschaftsbericht ausführlich auf diese Veranstaltung ein. "Es war für alle Helfer viel Arbeit, aber die hat sich gelohnt", meinte sie. Viele Hirschauer hätten die Anlagen rund um den Moosweiher besichtigt. Als Konsequenz aus dem Tag der offenen Gartentür solle das Sommerfest im kommenden Jahr nicht mehr wie bisher im Schloss-Garten, sondern beim Gerätehaus in der Anlage 2 gefeiert werden.

Arbeitsintensives Jahr

Neben all den Arbeiten hat auch das Gemeinschaftsleben bei den Kleingärtnern seinen festen Platz. So führe der Vereinsausflug im voll besetzten Bus nach Pilsen. Die Vorsitzende erinnerte an das Wasserfest in der Anlage 3 und die Teilnahme am Hirschauer Wandertag. Das Gartenjahr 2015 sei recht arbeitsintensiv gewesen, meinte sie. So seien Pumpen und Gerätschaften gewartet, freie Parzellen und vereinsöffentliche Wege gemäht worden. In den Anlagen 1 und 3 habe man neue Zäune angebracht, alte repariert und eine Blumenwiese angesät. Insgesamt hätten die Mitglieder 234 Stunden Arbeitsleistung erbracht.

All dies wäre ohne treue Mitglieder nicht möglich, betonte Maria Lang bei der Ehrung langjähriger Gartenfreunde. Für 20 Jahre Treue wurden Hans Knopf und Doris Meyer ausgezeichnet, für 30 Jahre Friedericke Oschmann und Josef Dobmeyer. 35 Jahre gehört Maria Brixel zu den Kleingärtnern und 55 Jahre Barbara Ackermann.

"Ich bin Extremgärtner", stellte Arthur Wiesmet, der Gartenfachberater des Landkreises, in seinem Vortrag zum Thema "Neues Klima - neue Pflanzen" fest. Dass es wärmer werde, sei an zahlreichen Pflanzen eindeutig erkennbar. "Das Klima verändert sich, doch wie kann ein Gärtner darauf reagieren? Weiter wie bisher, ist keine Lösung", sagte er. Bei der Auswahl der Pflanzen sei verstärkt auf geeignete Sorten und vor allem den richtigen Standort zu achten.

Obwohl die Informationsbeschaffung immer einfacher werde, nehme die Unkenntnis zu, stellte der Gartenfachmann fest und belegte dies mit zahlreichen Bildern. Schattenliebende Pflanzen in schwarzen Kübeln in der prallen Sonne hätten kaum Überlebenschancen. Die Temperatur in diesen Pflanzgefäßen erreiche oft mehr als 60 Grad. Wismet empfahl, Pflanzen genau zu betrachten. Wuchs, Farbe und Blattform lieferten Hinweise auf den geeigneten Standort. Auf heiß und trocken deuteten kleine silbrige Blätter hin. Stacheln und auch Duft setze die Pflanze als Fressschutz ein.

"Eine pure Lüge"

Der Gartenfachberater riet davon ab, die Hinweise von Baumärkten und Großgärtnereien für bare Münze zu nehmen: "Die müssen ihre Waren verkaufen, sonst würden sie verhungern." Früher undenkbar, gedeihe Pfirsich heute gut. Selbstbefruchtende Kiwis seien "eine pure Lüge". Hierzulande seien kleine Sorten in der Kombination männlich-weiblich zu empfehlen. Bei Weintrauben müssten frühe oder sehr frühe Sorten gepflanzt werden. Auch seine Lieblingsblumen verriet der Gartenfachmann: "Taglilien halten das Klima der Zukunft aus. Einmal gepflanzt, kann man sie 50 Jahre haben."
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