Zwei Tage lang feierten die Hirschauer Kirwa und mit ihr der 166. Weihetag
Appell: Offen sein für andere

Mit Bürgermeister a. D. Hans Drexler (Dritter von links) führte beim Baumaufstellen ein Fachmann Regie. Nach 38 Minuten ragte Wahrzeichen des Fests senkrecht in den Himmel. Bild: u
Lokales
Hirschau
12.09.2015
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der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Trotz kühler Temperaturen und einiger kurzer Regenschauer fanden sich auf dem zum Festplatz umfunktionierten Schlosshof vor der alten Mälzerei viele Gäste ein.

(u) Wie schon in den vergangenen beiden Jahren hatten sich Festspielverein, Musikzug und Pfarrgemeinderat zusammengetan, um das Brauchtumsfest auszurichten. Los ging es mit dem Baumaufstellen im Schlosshof. Brauerei-Chef Franz Dorfner hatte das Wahrzeichen gestiftet. Mit Bürgermeister a. D. Hans Drexler führte dabei ein Fachmann Regie. Nach 38 Minuten ragte der 17 Meter hohe Riese senkrecht in den (noch) weiß-blauen Himmel.

Zuflucht im Zelt

Obwohl sich die Besucher warm gekleidet hatten, zog sich die Mehrzahl von ihnen nach und nach in das Zelt zurück. Dieter Kohl und seine Höidlbrummer - bis in die späte Nacht hinein Garanten für zünftige Musik - hatten noch keine zehn Takte gespielt, als ein Regenschauer sie veranlasste, schleunigst Zuflucht unter dem überdachten Getränke-Ausschankstand zu suchen. Schließlich zogen es auch die Musiker vor, im Zelt aufzuspielen. Den Mitgliedern des Festspielvereins war es zu verdanken, dass niemand Hunger oder Durst leiden musste.

Der nächste Vormittag begann mit einem dreifachen Donnerschlag. Roland Fritsch erschreckte mit seinen Böllerschüssen so manchen, der sich kurz vor 8 Uhr im Schlosshof zum Kirchenzug eingefunden hatte. Die Beteiligung daran war deutlich größer als in den vergangenen Jahren. Viele Vereine hatten sich mit ihren Fahnenabordnungen hinter dem Musikzug eingereiht. Besonderer Blickfang waren die Mitglieder des Festspielvereins in ihren Biedermeier-Kostümen.

Aktuelles Predigtthema

In der voll besetzten Pfarrkirche nutzte Diakon Richard Sellmeyer in seiner Predigt das Evangelium von der Heilung eines Taubstummen durch Jesus zu einem eindringlichen Appell, sich solidarisch gegenüber den Kriegsflüchtlingen zu verhalten. Jesu Signalwort für den Taubstummen, der wegen seiner Erkrankung von der Gemeinschaft ausgeschlossen war, habe "Effata!"("Öffne Dich!) gelautet. Zweifellos falle es schwer, offen zu sei für andere und Fremdes, es sei aber eigentlich nicht gefährlich. Sellmeyer erachtete es als toll, wie die Kriegsflüchtlinge in Deutschland - einem der reichsten Länder der Welt - mit offenen Armen empfangen würden. Für ansprechende musikalische Gestaltung der Messfeier sorgten mit Zither- und Hackbrettbegleitung die durch Ehenfelder Sänger verstärkte Stammbesetzung der Watzendorfer mit Hans Drexler, Georg Kustner und Richard Falk.

Unter den Klängen des Musikzugs ging es nach dann vom Bischof-Bösl-Platz aus zurück auf das Festgelände. Beim trotz kühler Temperaturen gut besuchten Frühschoppen wurden die Gäste vom Pfarrgemeinderat bewirtet. Unter Leitung von Annette Pruy unterhielt der Musikzug im Zelt mit bodenständigen Klängen. Am Nachmittag übernahm der Festspielverein die Bewirtung. Ab und zu ließ sich die Sonne blicken. Sie lockte die Besucher zu Kaffee und Kuchen in den Schlosshof. Dass am Abend nochmals Stimmung aufkam, dafür sorgten Kreisheimatpfleger Dieter Kohl und seine Höidlbrummer.
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