Zweischneidige Leistungsbilanz

Lokales
Hirschau
02.01.2015
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Was demografischer Wandel unter anderem bedeutet, das schlägt sich unmittelbar im Leistungsspektrum von ambulanten Hilfsdiensten nieder. Beachtlich steigende Zahlen legt die Hirschauer Caritas-Sozialstation vor.

Auf ein arbeitsintensives Jahr, in dem die Mitarbeiter abermals "sehr gut gearbeitet haben", blickte der Geschäftsführer der Caritas-Sozialstation, Diakon Richard Sellmeyer, noch vor dem Jahreswechsel in seinem Rechenschaftsbericht zurück. Das Stationsteam habe bei der Erfüllung seiner Aufgaben 365 Tage lang rund um die Uhr stets mit vorbildlichem Engagement versucht, ganz im Sinne der Caritas nahe am Menschen zu sein.

Danke sagte Sellmeyer dem Personal für die Bereitschaft, auch außerhalb des Dienstes zur Verfügung zu stehen und damit "den Beruf zur Berufung werden zu lassen." Das von Sellmeyer vorgelegte detaillierte Zahlenmaterial zeigte, dass die Dienste des Sozialstations-Teams immer stärker nachgefragt werden. So war das Personal zur Erfüllung der Aufgaben mit den Dienstautos 610 317 Kilometer unterwegs, rund 150 000 Kilometer mehr als noch im Vorjahr.

Aus der Küche des BRK-Seniorenwohnheims wurden 19 075 warme, küchenfrische Menüs zu Patienten im gesamten Betreuungsgebiet ausgeliefert und bei Bedarf auch verabreicht. Auf dem Sektor der ambulanten Krankenpflege wurden 15 450 Injektionen verabreicht und 56 860 Verbände gewechselt. Die Statistik weist zudem 45 232 Medikamentengaben, Einreibungen, Blutdruck- und Zuckermessungen aus, außerdem 46 820 Körperpflegen mit allen dazugehörigen Nebenleistungen.

Mehr als verdoppelt

In der hauswirtschaftlichen Versorgung wurden 10 496 Stunden geleistet, mehr als doppelt so viel wie noch vor Jahresfrist mit damals noch 5 064 Stunden. Eine ähnlich drastische Steigerung gab es bei den Einsätzen der Familienpflegerinnen. Im Jahr 2013 waren sie 13 963 Stunden im Einsatz, um in Notlagen zu helfen und als "Ersatzmuttis" Kinder zu betreuen. 2014 wurden diese sozialen Dienstleistungen 21 321 Stunden gebraucht. Nicht vergessen wollte Sellmeyer die 1 851 Stunden, bei denen sich Sozialstations-Mitarbeiter um die Betreuung Hilfsbedürftiger kümmerten. Bei einem Blick nach vorne wies Sellmeyer darauf hin, dass sich mit dem Jahreswechsel erneut die gesetzlichen Grundlagen im Bereich der ambulanten Pflege in etlichen Punkten geändert haben.

Gesetzgeber reagiert

Neben dem 2013 in Kraft getretenen Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz werde ab sofort das Pflegestärkungsgesetz zur Grundlage des Aufgabenspektrums der Sozialstation. Aus der Anzahl der Reformen im Bereich der Versorgung von älteren und hilfsbedürftigen Menschen lasse sich ableiten, dass der demografische Wandel der Gesellschaft deutlich zu spüren sei und deshalb entsprechend gehandelt werden müsse.

Ausbildung fördern

Auch außerhalb der gesetzlichen Vorgaben sei man bemüht, das "eigene Haus zukunftsorientiert aufzustellen". Daher sehe man es als wesentlich an, Ausbildungsplätze im Bereich der Pflege anzubieten und zu besetzen. In den letzten Jahren sei dies schon sehr gut gelungen. Dank sagte Sellmeyer abschließend nicht nur seinem Personal, sondern allen Gönnern und Förderern - verbunden mit dem Wunsch der weiteren Verbundenheit mit der Sozialstation und ihren Mitarbeitern.
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