Bürgergespräch in Weiher
Telekom sorgt für Ärger

Politik
Hirschau
01.06.2016
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Das riecht nach Ärger. Wie Bürgermeister Hermann Falk beim CSU-Bürgergespräch im Gasthaus Schadl in Weiher bekanntgab, will die Telekom im Stadtkern im Zuge des Breitbandausbaus Kabel verlegen und das erst frisch verlegte Pflaster wieder aufgraben.

Weiher. Mit Falk waren sich die Besucher einig: Das ist völlig unverständlich und kann so nicht hingenommen werden. Die Telekom hätte dafür während der dreijährigen Bauphase Zeit genug gehabt, hieß es aus den Reihen der CSU. Ähnliche Probleme mit dem Breitbandausbau zeichnen sich für Krickelsdorf ab. Wie es aussieht, kann die Telekom den Ausbau nicht im Zuge der laufenden Wasserleitungs-, Kanal- und Straßenbaumaßnahmen machen.

Vertrag nicht unterzeichnet


Der unterschriftsreife Kooperationsvertrag zwischen Telekom und Stadt zum Ausbau der Breitbandversorgung im Stadtgebiet mit allen Ortsteilen konnte nicht unterzeichnet werden. Die Telekom hat am Ende des Verfahrens festgestellt, dass eine Überschneidung zwischen einem geplanten Eigenausbau und dem staatlich geförderten Ausbau vorliegt.

Das Verfahren muss von vorne beginnen und wirft die Planungen zeitlich zurück, erklärte Falk weiter. Der Neueinstieg führt höchstwahrscheinlich zu günstigeren Preisen im Netzausbau, da die staatlich geförderte Deckungslücke um den Eigenausbau der Telekom reduziert wird. Erfreuliches hatte Falk über das Baugebiet Sonnenstraße zu berichten. Dieses sei schon gut belegt. Derzeit laufen die Vorplanungen für die Schulstraße, insbesondere um die Trassenführung für die Abwasserbeseitigung festzulegen. Sonst müsste in der Josefstraße eine Kanalhaltung vergrößert werden, um das Abwasser aus der Sonnenstraße aufzunehmen.

Thema Wegebau


Nachdem der Bürgermeister die wichtigsten Haushaltsdaten vorgestellt hatte, nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, den Begriff Bürgergespräch mit Leben zu erfüllen. Positiv bewertet wurde der Ausbau des Kernwegenetzes. Dieser wird neun Jahre dauern, da für jede Maßnahme gesonderte Untersuchungen und Planungen erforderlich sind, vor allen im ökologischen Bereich. Der Ausbau des Weges zum Rotbühl-Sender ist bereits im Gange, erklärte Falk. Die Gesamtkosten sind auf 290 000 Euro veranschlagt. Man erwartet einen Zuschuss in Höhe von 220 000 Euro. Erfreut war man, dass die südliche Ortseinfahrt durch den Landkreis breit angelegt und geteert wurde. Nach wie vor besteht der Wunsch, den Fahrradweg über diese Ortseinfahrt weiterzuführen. Gerade im Bereich der Steigung, wo die Straße am engsten ist, sei dies nötig.

Sorgen bereitet den Weiherern der nicht mehr zeitgemäße Zustand ihres Feuerwehrhauses. Eigentlich sei es aus Kostengründen nicht mehr renovierfähig. Die gesetzlichen Vorgaben sprächen eher für einen Neubau. Dafür gebe es eine mögliche Festförderung pro Stellplatz in Höhe von 40 000 Euro. Die Verantwortlichen verwiesen auf die fehlenden Sanitäranlagen. Solange es in Weiher noch ein Wirtshaus gibt, brauche man kein Gemeinschaftshaus. Man sollte aber in ein neues Feuerwehrhaus einen Gemeinschaftsraum einbauen, hieß es in der Versammlung. Bürgermeister Falk und CSU-Fraktions-Chef Dr. Hans-Jürgen Schönberger wiesen darauf hin, dass die Stadt bis zum Jahr 2019 rund 950 000 Euro für Neuanschaffungen bzw. den Austausch von Fahrzeugen und Geräten der Ortsfeuerwehren ausgeben wird. Deren Bedeutung unterstrich Falk: "Die Feuerwehren leisten einen hervorragenden ehrenamtlichen Dienst. Gäbe es diese nicht, müsste der Landkreis für Berufsfeuerwehren 36 Millionen Euro aufwenden."

Lob für die Einwohner


Die Weiherer erneuerten den Wunsch, eine Wasserleitung zum Festplatz am Fuße des Rotbühl zu bauen. Dort gibt es bis jetzt nur einen Brunnen ohne Trinkwasser. Die Kosten für eine Ringleitung wurden auf 30 000 Euro geschätzt. Vor einer Entscheidung müsste die Mimbacher Gruppe kontaktiert werden. Die Anwesenden beklagten den Zustand der Fensterbachquelle. Sie sei verwildert und verwachsen. Sie in Ordnung zu bringen, sei eigentlich Aufgabe der Stadt Schnaittenbach. Man habe Gespräche mit Bürgermeister Reindl geführt, sei jedoch nicht weiter gekommen. Die Weiherer erklärten, dass sie mit Genehmigung des Stadt Schnaittenbach und entsprechender Entlohnung ein- bis zweimal jährlich die Pflege übernehmen würden.

Gefordert wurde auch das Abhobeln der Bankette zum Fensterbach. Dr. Schönberger lobte das Engagement der Einwohner in den Ortsteilen. Die Weiherer haben beispielsweise das Mähen des Sportplatzes und der Böschungen übernommen.

Probleme angesprochenDie Kricklhofer bedankten sich für die gelungene Renovierung ihrer Kapelle und wünschen sich einen Spielplatz. Man sei noch auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Harsche Kritik gab es am Verhalten einiger Umweltfrevler. Alfons Dirschedl, der sich um das Rot-Kreuz-Marterl kümmert, beklagte Vandalismus und das regelmäßige Abladen von Abfall. Ihm mache seine Aufgabe bald keine Freude mehr. Nach seiner Aussage müssten am Rot-Kreuz-Weg einige Schlaglöcher geflickt werden.

Ein Landwirt beklagte, dass auf seiner am Pfarrerweiher gelegenen Wiese regelmäßig vier Hunde ausgelassen werden, um dort ihr Geschäft zu verrichten. Hundekot im Futterkreislauf könne und dürfe nicht sein.

Unterschiedliche Meinungen äußerte die Runde zum Thema Dorferneuerung. Bürgermeister Falk kündigte eine Aufklärungsversammlung an.

Ortssprecher Karl Hanauer bedankte sich bei der Stadt für die gute Zusammenarbeit. Er selbst erntete Lob von Dr. Schönberger für seine Arbeit, insbesondere für seinen hartnäckigen, letztlich von Erfolg gekrönten Einsatz zum Anbringen der Leitplanken an der Kreisstraße AS 18 auf Höhe der Kaolingrube.

Mit Beifall wurde sein Versprechen quittiert, dass der CSU-Ortsverband und Bürgermeister Falk den abgesägten dürren Baum beim Stauber-Anwesen ersetzen und bei der Pflanzung eine Brotzeit spendieren werden. (u)
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