Bürgerversammlung in Krickelsdorf
Anwohner wollen glattes Pflaster

Politik
Hirschau
09.12.2015
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Natürlich interessiert die Krickelsdorfer, was in der gesamten Gemeinde passiert. Das Interesse der vielen Teilnehmer an der Bürgerversammlung wuchs aber deutlich, als die Sprache auf die große Baumaßnahme im Dorfkern kam: den Straßenausbau in Verbindung mit einer Rundumerneuerung des Kanalsystems.

Krickelsdorf. (waj) Im voll besetzten Saal des Gasthauses Linde gab Bürgermeister Hermann Falk zunächst einen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen des abgelaufenen Jahres sowie über die finanzielle Situation der Stadt. Er beschrieb dabei die mittlerweile weitgehend abgeschlossene Altstadtsanierung ebenso wie die Ausweisung neuer Baugebiete. Kurz erzählte er auch von der Reise des Hirschauer Weihnachtsbaumes zum Petersplatz nach Rom.

In drei Abschnitten


Im Anschluss stellten Hermann Fick und Thomas Dotzler vom Ingenieurbüro Seuß in Amberg die geplante Baumaßnahme im Krickelsdorf vor. Dann wurden die einzelnen Ausbauabschnitte der Gemeindeverbindungsstraße skizziert. Zunächst ist der Bereich vom Ortseingang aus in Richtung Hirschau bis zur Ortsmitte an der Reihe. Im zweiten Abschnitt folgt der Teil bis zum Ortsausgang. Der dritte Ausbaubereich geht vom Dorfplatz bis zur Ortsausfahrt in Richtung B 299. Ziel ist es laut Hermann Fick, die Fahrbahn in vielen Bereichen auf 5,50 Meter zu verbreitern, enge Kurven zu entschärfen, Randbegrenzungen zu erneuern und das Straßenbild im Ort zu verschönern und zu verbessern. Die veranschlagten Gesamtkosten bezifferte er mit rund 1,1 Millionen Euro, wovon in etwa 287 000 Euro über Zuwendungen gedeckt werden.

Im Zuge dieser Baumaßnahme soll vor allem auch das Kanalsystem erneuert werden. Thomas Dotzler erklärte, dass der bisherige Regenwasserkanal noch aus den Jahren 1936 und 1957 stamme und an vielen Stellen in einem maroden Zustand sei. Der Kanalausbau solle als Trennsystem erfolgen mit einem Freispiegelkanalsystem, in dem die häuslichen Schmutzwässer gesammelt und zu einem Pumpwerk am östlichen Ortsrand geleitet würden.

Die öffentliche Ausschreibung für die Bauleistungen solle, so Dotzler, im Januar oder Februar erfolgen, die Vergabe durch den Stadtrat dann im März. Der Baubeginn sei für April 2016 avisiert. Dotzler wies darauf hin, dass vorab ein Beweissicherungsbüro den baulichen Zustand der an den Baustellenbereich angrenzenden Grundstücke überprüfe. So sollten im Nachgang eventuelle Streitigkeiten über Schäden, die durch den Bau entstanden seien oder nicht, vermieden werden. Er setzte die Dauer der gesamten Baumaßnahme auf rund eineinhalb Jahre an. Um die nicht zu vermeidenden Verkehrsbehinderungen möglichst erträglich zu gestalten, werde man die Sanierung in drei bis vier Abschnitte gliedern, wobei allerdings dennoch Vollsperrungen nötig sein werden.

Lärmbelästigung befürchtet


In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich vor allem ein Punkt heraus, über den man sich noch wird einigen müssen: Nicht alle Krickelsdorfer sind von der vorgesehenen Idee begeistert, aus gestalterischen Gründen am Dorfplatz und an den Hofeinfahrten Granit zu verlegen. Dies sei schon bei früheren Besprechungen moniert worden, sagten einige Besucher. Man fürchte die Lärmbelästigung, die durch Verkehr über das unebene Pflaster entstehen könne, vor allem aber den großen Aufwand, dieses - speziell bei Räumarbeiten im Winter - frei und sauber zu halten: "Wenn, dann wollen wir dasselbe glatte Pflaster wie in Hirschau am Marktplatz", verlangten Teilnehmer. Schließlich einigte man sich darauf, dass alle Interessierten bei einem Ortstermin gemeinsam mit dem Bürgermeister den Baubereich ablaufen und dabei die einzelnen Möglichkeiten durchsprechen.

AusbaubeiträgeAuf großes Interesse stieß bei der Bürgerversammlung der Vortrag von Hermann Siegert, dem Leiter der städtischen Finanzverwaltung, der über die Berechnung der Straßenausbaubeiträge informierte, die auf die Bürger von Krickelsdorf zukommen. Es gehe um 35 Prozent der Gesamtkosten, also rund 335 000 Euro.

Wer davon wie viel übernehmen müsse, hänge von der Größe der anliegenden Grundstücke ab, deren Zufahrten in die zu sanierende Straße führen. Habe ein Grundstück mehrere Zufahrten, würden die entsprechenden Flächenberechnungen um ein Drittel gekürzt.

Der Beitrag sei fällig, wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen seien. Auf Wunsch der Besucher erklärte sich die Stadtverwaltung bereit, den betroffenen Anwohnern vorab schriftlich eine Schätzung der zu zahlenden Beiträge zukommen zu lassen. (waj)
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