Franz Zellner bei der Maikundgebung in Hirschau
Zeit für Solidarität

Eine ansehnliche Schar von Zuhörern versammelte sich zur Maikundgebung auf dem Hirschauer Marktplatz. Bilder: ads (2)
Politik
Hirschau
02.05.2016
35
0
 
Hauptredner der Maikundgebung in Hirschau war Franz Zellner.

Hirschau/Schnaittenbach. "Heute, am 1. Mai, demonstrieren wir als Gewerkschaft für mehr Solidarität - zwischen den arbeitenden Menschen, Einheimischen und Flüchtlingen, Schwachen und Starken sowie Alten und Jungen", betonte Franz Zellner. Der stellvertretende Fachbereichsleiter Postdienste, Spedition und Logistik bei Verdi Bayern war Hauptredner der DGB-Region Oberpfalz bei der Maikundgebung in Hirschau. Deren Motto lautete diesmal "Viel erreicht und noch viel vor - Zeit für mehr Solidarität". Zellner erntete viel zustimmenden Applaus.

Risiko Altersarmut


Josef Birner, der Vorsitzende der Ortsgruppe Hirschau der IG BCE und Gesamtpersonalratsvorsitzender der AKW, erteilte der Forderung junger Politiker nach einer Rente mit 70 eine klare Absage: Diese berge ein hohes Risiko für Altersarmut. Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Betriebsrenten, 30 Tage Urlaub und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nannte Franz Zellner wichtige Errungenschaften, die die Gewerkschaft in harten Arbeitskämpfen über Jahrzehnte durchgesetzt habe. Damit habe sie den Sozialstaat aufgebaut.

Ihre entscheidende Aufgabe sieht Zellner nun darin, Menschen vor Ausbeutung zu schützen, ihnen Sicherheit zu geben und durchzusetzen, dass sie am Wohlstand beteiligt werden. Er forderte, der Bundestag müsse das von der Gewerkschaft vorgelegte Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen als zweite Säule gegen die Ausbeutung von arbeitenden Menschen verabschieden. Eine weitere vorrangige Aufgabe sei die Bekämpfung der wachsenden Altersarmut. Die Gewerkschafter kämpften für Renten, die den Lebensstandard sichern: Wenn Millionen arbeitender Menschen in Altersarmut geraten, sei auch die Demokratie bedroht.

Ursachen anpacken


Zellner sprach weiter eine europäische Bürgerinitiative an, in der die Gewerkschaften und vor allem Verdi für einen fairen Transport in Europa kämpften. Er appellierte, diese mit der eigenen Unterschrift bis 13. September zu unterstützen. Auch auf das Thema Flüchtlinge ging er ein. Es dränge alle anderen - Altersarmut, Leiharbeitnehmer, Werkverträge, Outsourcing in Billiggesellschaften sowie die Steuer- und Vermögensgerechtigkeit - in den Hintergrund. Zu Armut, Bürgerkrieg, Umweltzerstörung und den Flucht-Ursachen dürfe die Gewerkschaft nicht schweigen. Zellner verlangte eine offene, sachliche Debatte: "Wir schaffen es, wenn wir die Ursachen für Flucht und Vertreibung anpacken, aber auch die Ursachen für die soziale Spaltung in unserem Land."

Zitate"Dass der gesetzliche Mindestlohn nun auch in Deutschland Gesetz ist, das haben wir alle gemeinsam geschafft, denn wir haben zwölf Jahre über diesen Mindestlohn informiert und dafür geworben, gearbeitet, gerackert, Politiker bedrängt, die Menschen in diesem Land überzeugt und nie aufgegeben."

"Dass Menschen von ihrer Hände Arbeit leben können müssen, ist jetzt ein Stück verwirklicht."

"Die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften war es, ist es und wird es immer sein: Die Arbeits-, Lebens- und Einkommensbedingungen der Arbeitnehmer zu verbessern."

"Lasst nicht zu, dass Flüchtlinge als Sündenböcke herhalten müssen für Sozialabbau, fehlenden sozialen Wohnungsbau und das Bedienen der Gier weniger, dass Junge gegen Alte, Beamte gegen Tarifkräfte, Versorgungsempfänger gegen Rentner, Arbeitslose gegen Arbeitnehmer, Hiesige gegen Geflüchtete ausgespielt werden."

Franz Zellner
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.