Ortsverband besteht seit nunmehr 60 Jahren
Massenrichter CSU in Feierlaune

Mit einem festlichen Nachmittag feierte der CSU-Ortsverband Massenricht sein 60-jähriges Bestehen. Das Jubiläum war Anlass, zahlreiche Mitglieder für ihre langjährige Treue zur Partei zu ehren (sitzend, von links): Franz Luber, Hermann Frieser, Karl-Heinz Reichl, Hans Wisgickl, Adolf Wisgickl und Hans Meyer sowie (stehend, von links) Michael Fellner, Hermann Schiffl, Eduard Fellner, Herbert Rauch, Bezirksrat Martin Preuß, Georg Trummer, Ortsvorsitzender und Stadtrat Josef Luber, Bundestagsabgeordnete Barba
Politik
Hirschau
22.02.2016
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Mit einem festlichen Nachmittag feierte die CSU Massenricht im Gasthaus Schiffl ihr 60-jähriges Bestehen. Höhepunkte waren die Festrede von Staatssekretär Albert Füracker und der geschichtliche Rückblick des CSU-Ehrenkreisvorsitzenden Werner Schulz.

Massenricht. Zu den Ehrengästen, die Ortsvorsitzender Josef Luber begrüßte, zählten Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger, Bezirksrat Martin Preuß, Bürgermeister Hermann Falk, Fraktions-Chef Dr. Hans-Jürgen Schönberger und der prominenteste Spross der Massenrichter CSU, Ex-Abgeordneter Hermann Fellner. Luber verwies stolz auf die Leistungen seines 31 Mitglieder starken Ortsverbandes. 29 Jahre lang habe Werner Schulz die Massenrichter als CSU-Kreis-, Orts- und Stadtratsfraktionsvorsitzender massiv unterstützt. Daher sei er prädestiniert, die Geschichte des Ortsverbandes Revue passieren zu lassen.

Keine Beiträge abgeführt


Die Geburtsstunde der Massenrichter CSU, so Schulz, habe am 18. Januar 1956 geschlagen. Von der Gründungsversammlung existiere kein Protokoll. Die Korrektheit des Datums belege ein Beitragsmahnschreiben von Georg Heil, damals Geschäftsführer der CSU Amberg-Land. Da dieser nicht wusste, wer Ortsvorsitzender ist, wandte er sich an Bürgermeister Sebastian Wisgickl. Er schrieb, dass am 18. Januar 1956 durch den Kreisvorsitzenden und Bezirksrat Karl Winkler (Schlicht) der CSU-Ortsverband Massenricht gegründet worden sei, der Verband aber keine Beiträge für seine 17 Mitglieder abgeführt habe. Von diesen seien einige bereits auf Kreisebene organisiert gewesen, so Gründungsvorsitzender Sebastian Schärtl. Dieser sei Mesner in der Pfarrei Ehenfeld-Massenricht gewesen, deren Seelsorger Pfarrer Heribert Kleinhempel war. Kleinhempel selbst war Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Ehenfeld, den er ein halbes Jahr zuvor gegründet hatte. Kleinhempel dürfte den Mesner zur Gründung eines CSU-Verbandes in Massenricht ermuntert haben.

Basis gelegt


Das Beispiel zeige, wie prägend das "C" für Personal und Arbeit der Partei war. Man war sich bewusst, dass die Katastrophe des Nationalsozialismus nur aufgrund des "Abfalls der deutschen Politik vom christlichen Sittengesetz" möglich war. Mit der Gründung sei die Basis für zukunftsorientierte Kommunalpolitik gelegt worden. Schärtl habe den Verband zehn Jahre geführt, danach Bürgermeister Josef Fick sieben. 1973 habe die 22 Jahre währende Ära des Ehrenvorsitzenden Willi Fellner begonnen. In seine Amtszeit sei die schwierigste Phase der 60-jährigen Geschichte gefallen - die Gebietsreform. Der Ortsverband sei von den Meinungsdifferenzen um die Eingliederung nach Hirschau oder Freihung nicht verschont geblieben. Letztlich hätten die Einheit der Pfarrei und der seit 1965 bestehende Schulverband Ehenfeld-Massenricht den Ausschlag zur Eingliederung nach Hirschau gegeben. Seit 1995 führe Josef Luber den Ortsverband. Dass dieser 16 Jahre dem Stadtrat angehöre, sei sehr erfreulich. 2014 habe er sein Ergebnis gegenüber 2009 um 400 Stimmen steigern können. Bei der Bürgermeisterstichwahl 2002 hätten die Massenrichter einen überwältigend Beitrag dazu geleistet, dass Hans Drexler Rathaus-Chef wurde.

Die Garanten


Als "goldrichtig" erachtete es Schulz, dass der Ortsverband nach der Gebietsreform selbstständig geblieben sei. Kleine Verbände seien Garanten dafür, dass der Slogan "CSU - näher am Menschen" gelebte Realität sei. Er selbst habe gerne geholfen, Massenrichter Interessen durchzusetzen. Als Beispiele nannte er die Busverbindung nach Amberg, die Verlängerung der Buslinie bis Untersteinbach und den Ausbau der Straße von Massenricht nach Steinbach.

Für CSU-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Harald Schwartz war die Präsenz zahlreicher prominenter Politiker ein Zeichen der Wertschätzung des Ortsverbands. Gemeinsam nahmen er und Staatssekretär Albert Füracker Auszeichnungen vor. Für 50 Jahre Zugehörigkeit gab es die Ehrennadel in Gold mit Stein für Ehrenvorsitzenden Willi Fellner, für Georg Fleischmann, Hermann Frieser, Franz Luber, Hans Meyer, Karlheinz Reichl und Johann Wisgickl. Für 40 Jahre erhielten die Nadel in Gold Herbert Fellner, Georg Trummer und Adolf Wisgickl, die Nadel in Silber für 30 Eduard Fellner und Herbert Rauch. Für 25 Jahre wurden geehrt Michael Fellner, Matthias Götz, Viktor Greiner, Erich Müller, Günter Schiffl und Hermann Schiffl, für 20 Martin Fellner, Martin Wisgickl und Reinhold Wisgickl.

Solide Finanzpolitik als BasisStaatssekretär Albert Füracker dankte allen, die der CSU viele Jahre die Treue gehalten haben. Politik sei ein gemeinschaftlicher Prozess, an dem sich möglichst viele beteiligen sollten. Bayerns Erfolge basierten vor allem auf bürgerlichem Engagement. Politischer Einsatz sei nötig, um Wohlstand langfristig zu sichern. Dringend erforderlich seien Investitionen in die Infrastruktur des ländlichen Raums. Die CSU komme dem nach. Die Kommunen würden mit 8,56 Milliarden Euro unterstützt, und die Digitalisierung auf dem Land werde vorangetrieben. Bayerns Erfolge fußten auf einer soliden Finanzpolitik, die ohne Neuverschuldung auskommt. Daher sei die Reform des Länderfinanzausgleichs wichtig. Bayerns Haushaltsdisziplin dürfe nicht in Form von Ausgleichszahlungen an weniger disziplinierte Bundesländer bestraft werden.

Klar bezog Füracker in Sachen Familienpolitik Stellung: "Der Staat muss zwar die Rahmenbedingungen für alle möglichen Formen der Erziehung schaffen. Letztendlich ist die Frage, wie die eigenen Kinder erzogen werden sollen, einzig und allein Sache der Familie." Das Betreuungsgeld sei durch die Medien zur Herdprämie herabgewürdigt worden. Der Bezug setze gar nicht voraus, dass Mütter zu Hause bleiben. In der CSU habe die Agrarpolitik einen hohen Stellenwert. "Solange wir alle genug zu essen haben, ist für viele die Agrarpolitik zweitrangig. Eine Gesellschaft unserer Größe muss aber stets darauf achten, sich selbst versorgen zu können."

Deutliche Worte fand der Redner zur Flüchtlingspolitik. Man müsse eingestehen, dass die Politik zu lange zugeschaut habe. Bayern leiste alles, um seiner humanitären Verpflichtung gegenüber den Ankommenden zu erfüllen. Um dies tun zu können, brauche es aber eine Begrenzung. (u)
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