Präsidentin sagt Glückwunsch

Politik
Hirschau
08.01.2016
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Zum 31. Dreikönigsfrühschoppen, bei dem der CSU-Ortsverband seinen 70. Geburtstag feierte, war die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, in das Josefshaus gekommen. Bilder: u (2)

Ganz Europa in der Pflicht

Ausführlich befasste sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit der Flüchtlings-Thematik und warnte vor rechts- und linkspopulistischen Tendenzen: "Wir dürfen weder auf dem rechten noch auf dem linken Auge blind sein."

Mit der von der CSU geforderten Einreisebegrenzung für Flüchtlinge wolle man eine Überforderung der Gesellschaft verhindern und eine effektive Integration ermöglichen. Im gleichen Atemzug unterstrich sie: "Wer integriert werden will, muss sich integrieren lassen." Sie erinnerte an die skandalösen Übergriffe gegen Frauen in Köln ebenso wie an gewalttätige Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften. "Ehrenamtlicher Einsatz für die Flüchtlinge ist das eine. Jetzt müssen wir den jungen, muslimischen Männern die Stellung der Frau in unserer Gesellschaft ganz konsequent deutlich machen." Jeder habe sich an die geltende Rechtsordnung zu halten.

Zweifel könne Deutschland das Flüchtlingsproblem nicht allein lösen. Ganz Europa als christlich-abendländische Wertegemeinschaft müsse in die Pflicht genommen werden.

Am 7. Januar 1946 schlug die Geburtsstunde des CSU-Ortsverbands Hirschau. 1985 begründete der heutige Ehrenvorsitzende Werner Schulz die Tradition, beim Dreikönigsfrühschoppen diesen Jahrestag zu feiern. Beim 70. Geburtstag war Landtagspräsidentin Barbara Stamm die Festrednerin.

Hirschau. Die rund 180 Gäste wurden im Josefshaus vom Musikzug der Stadt schwungvoll begrüßt. Wie es sich für den Dreikönigstag gehört, machten auch die Sternsinger ihre Aufwartung. Ortsvorsitzende Birgit Birner lobte das ehrenamtliche Engagement der örtlichen Vereine. Als wichtigste Projekte der jüngsten Geschichte nannte sie die Altstadtsanierung und die Neugestaltung der Kreisstraße AS 18 Richtung Ehenfeld.

"Zentrum der Schönheit"


Bürgermeister Hermann Falk erinnerte daran, dass Barbara Stamm zuletzt 1996 bei der Einweihung des Seniorenheims in der Stadt war. Er sah in Hirschau das "Zentrum der paradiesischen Schönheit Bayerns". Die Innenstadt habe man in Hochform gebracht, durch den Ausbau eines Fernwärmenetzes einen Beitrag zur Verminderung des CO2-Ausstoßes geleistet. Als eines von mehreren wichtigen, kostspieligen Zukunftsprojekten nannte er die Generalsanierung der Schule. Man wolle versuchen, dass Hirschau Realschulstandort wird. Stolz zeigte Falk sich über das in Hirschau bestens funktionierende ehrenamtliche Engagement. Es sei die Hauptschlagader der Stadt.

Hoch auf das Ehrenamt


Falks Stolz auf seine Stadt griff die Landtagpräsidentin auf und stellte das vielfältige Ehrenamt im Freistaat in den Mittelpunkt. "Dass Bayern heute so gut da steht, ist die Leistung der Menschen", rief Stamm den Besuchern zu.

Dem CSU-Ortsverband gratulierte sie zum 70-Jährigen, verband dies mit dem Hinweis, dass 1946 auch die Bayerische Verfassung in Kraft trat. Es sei nicht zuletzt der zwischenmenschliche Umgang gewesen, der maßgeblich mit dazu beigetragen habe, dass sich Bayern vom "armen Agrarland zu einem modernen, vielfach beneideten High-Tech-Standort entwickelt hat".

Dies dürfe jedoch kein Grund sein, sich selbstzufrieden zurückzulehnen. Ihr Appell an die Jugend: "Wir sind gut, aber wir können noch besser werden!" Aufgabe der Schulen sei es, nicht nur Wissen und Können zu vermitteln, sondern auch Herz und Charakter zu bilden. Überhaupt sei Bildungspolitik die Sozialpolitik des 21. Jahrhunderts. Die CSU werde sich weiter für einen Ausbau der Familienpolitik stark machen. Mit Nachdruck bekannte sich die Rednerin zum Betreuungsgeld: "Es kann nicht angehen, dass wir nur in außerhäusliche Betreuungseinrichtungen investieren."

Abschließend trug Stamm sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Die Veranstaltung endete mit der gemeinsam gesungenen Bayern- und Deutschlandhymne.
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