SPD-Ortsverband Hirschau sieht nun Bürgermeister Hermann Falk in der Pflicht
Realschul-Standort: Öffentlichkeit muss Druck machen

Politik
Hirschau
12.01.2016
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"Im Landkreis platzen die Realschulen aus allen Nähten, in Hirschau haben wir geeignete Räume frei. Für einen Realschul-Standort Hirschau-Schnaittenbach sprechen aber auch andere Argumente", betonte Vorsitzender Günther Amann bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins im parteieigenen Bürgerbüro.

Den Anstoß für diese Diskussion habe der Aufnahmestopp der Schönwerth-Realschule für Schüler aus dem östlichen Landkreis geliefert, erinnerte Amann in seinem Rechenschaftsbericht. Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl sei mit diesem Anliegen bei Kultusminister Ludwig Spaenle jedoch auf wenig Gegenliebe gestoßen. "Um das Ziel einer Hirschauer Realschule zu erreichen, brauchen wir die Unterstützung der Bürger und den Druck der Öffentlichkeit", betonte Amann. Ein überparteiliches Bündnis habe dafür über 3000 Unterschriften gesammelt, die dem Kreistag übergeben worden seien. Bei einem Besuch in Hirschau habe der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, die Rahmenbedingungen für eine örtliche Realschule umrissen: Den Antrag stelle der Landkreis und die Entscheidung fälle das Ministerium. Im Vorfeld gelte es Verbündete zu suchen und aufzuzeigen, warum der gesamte Landkreis von einer solchen Lösung profitieren könne.

Seitdem sei es um das Thema Realschule recht ruhig geworden, bedauerte der SPD-Vorsitzende. Der Ball liege im Spielfeld von Bürgermeister Hermann Falk, der für die Koordination der Aktivitäten zuständig sei. "Wir werden die Realschule nicht auf einem goldenen Teller präsentiert bekommen", meinte Amann, "wir müssen darum kämpfen." Die Chancen seien da, schließlich sei es einmalig, dass sich alle politischen Kräfte im Kaolinbecken zum Erreichen eines gemeinsamen Zieles zusammengeschlossen hätten.

Neben den politischen Aktivitäten verwies der Vorsitzende auf zahlreiche gesellschaftliche Veranstaltungen der Hirschauer SPD. Bewährt habe sich mittlerweile der Rote Montag als Faschingsveranstaltung. Da die Altstadtsanierung weitgehend abgeschlossen sei, gebe es Überlegungen, das Partyzelt am Rosenmontag diesmal vor dem SPD-Bürgerbüro aufzustellen. Als weitere Aktionen nannte Amann das Sommerfest im Schloss-Garten sowie die Teilnahme am Ferienprogramm der Stadt und am Weihnachtsmarkt. Großen Zuspruch habe der Beitrag zum lebendigen Adventskalender gefunden, bei dem es mit Unterstützung von Konrektor Josef Schmaußer gelungen sei, die viel beachtete Reise des Hirschauer Christbaums nach Rom recht unterhaltsam darzustellen.

Ziel: Fußgängerfreundlich und verkehrssicher2. Bürgermeister Josef Birner umriss die kommunalpolitischen Schwerpunkte der SPD-Stadtratsarbeit. Der altstadtgerechte Umbau des Marktplatzes habe mittlerweile Gestalt angenommen. Ein heiß diskutiertes und noch immer ungeklärtes Thema sei der Brunnen. Nicht tragbar seien die anfangs kalkulierten Kosten von über 400 000 Euro. Noch fehle die Passage beim sogenannten Fischer-Anwesen.

Ob ein Rückbau oder Arkaden zum Tragen kommen wird, sei noch offen. Das Ziel sei eine fußgängerfreundliche und verkehrssichere Lösung. Nötig seien noch Nachbesserungen beim Infopoint zwischen Kirche und Rathaus, um die Sitzplätze weitgehend vor Regen zu schützen. Als Schmuckstück bezeichnete Birner die neu gestaltete Friedhofsmauer. Erfreulich sei auch die wachsende Nachfrage nach Bauplätzen an der Sonnenstraße. Leider habe die Sanierung von Altlasten der Stadt viel Geld gekostet.

Mit einem Blick auf die kommenden Haushaltsberatungen sicherte Birner zu, seine Wahlkampfversprechen konsequent umzusetzen. Er werde darauf drängen, dass die Hauptwege des Friedhofs gepflastert werden. Auch bei rückläufigen Energiepreisen müsse die energetische Sanierung öffentlicher Einrichtungen forciert werden. Nur so könnten neben Kosteneinsparungen die kommunalen Klimaziele erreicht werden, betonte der 2. Bürgermeister. (ag)
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